Remember Me

 

 

Kapitel 1

 

Es war ein halbwegs ruhiger Tag zuhause. Buffy saß an dem kleinen Schreibtisch im Wohnzimmer, las in ihrer Aufgabe für britische Literatur und stellte Spike immer wieder eine Frage über ihre Schulter. Angel saß auf seinem Sessel und ging die Post durch. Und Spike saß auf der Couch, mit dem Laptop vor sich, und arbeitete an seinem Buch.

 

Ein Lüftchen blies durch die offenen Fenster und kitzelte Buffys Schultern und Füße. Sie setzte sich zurück und seufzte, während sie ihre Augen schloss. Sie konnte das Tipp-Tipp der Laptop-Tastatur hören, der Klang von Papiergeraschel und wie Angel motzte. Sie lächelte. Sie war so zufrieden.

 

Der schrille Klang des Telefons kam eine Sekunde später und unterbrach ihr friedliches Zwischenspiel.

 

„Das ist Mrs. Richard, die zurückruft“ sagte Buffy zu Angel, als sie sich aufrecht hinsetzte, nach ihrem Buch griff und es auf ihren Schoß legte.

 

Das Telefon klingelte weiter, als Spike und Angel damit aufhörten, was sie gerade taten und sie anstarrten.

 

„Gehst du nicht dran?“ fragte sie und machte sich nicht mal die Mühe, sich umzudrehen.

 

Angel schüttelte verwundert seinen Kopf und griff nach dem Telefon.

 

„Hallo? Äh, ja.....hi, Mrs. Richard“

 

Und er ging aus dem Zimmer, um mit seiner Klientin zu sprechen.

 

„Du musst damit aufhören, Pet“ sagte Spike zu ihr, als er sich neben sie kniete.

 

Sie sah zu ihm und legte ihr Buch ab.

 

„Was meinst du?“

 

„Die Magie. Sie ist gut, wenn du patrouillierst oder Vampire bekämpfst, aber sie wird dich ausbrennen, wenn du sie immer weiter missbrauchst“

 

„Ich missbrauche nichts, Spike. Ich MACHE noch nicht einmal etwas. Seitdem Angel und ich angefangen haben zu meditieren und meine Magie zu entwickeln, kommen diese Sachen?....diese Extra-Sachen, also wie das Wissen wer am Telefon ist, einfach aus mir heraus. Ich benutze es nicht. Es passiert einfach. Ich kann es nicht stoppen“

 

Spike stand auf und fuhr mit einer Hand durch seine gegelten Locken.

 

„Ich mag das nicht. Das macht mir Sorgen“

 

Buffy seufzte.

 

„Weil Magie dir immer Sorgen macht“

 

„Weil es immer eine Konsequenz gibt, Buffy!“

 

„Was soll ich deiner Meinung nach tun? Ich kann es nicht stoppen. Ich kann es nicht abschalten. Diese Kräfte sind einfach in mir, Spike. Ich habe sie nur nie gefördert. Oh, ich habe ein paar hervorgebracht, aber ich wusste nie, dass ich das alles in mir hatte“

 

Sie stand nun und schaute ihn an, als sie sich selbst verteidigte.

 

„Du magst es“

 

„Ich mag, dass es dir, Angel und mir Sicherheit bringt. Mag ich, dass es mich nur noch mehr zu einem Freak macht? Nein“

 

„Kein Freak“ sagte Spike sanft und streichelte über eine Seite ihres Gesichts.

 

„Danke“ Sie lächelte schwach. Und seufzte dann. „Außerdem ist das nur ein weiterer Schritt darin, herauszufinden, was ich alles bin“

 

Spike runzelte die Stirn.

 

„Ich weiß, was du alles bist“

 

Buffy rollte mit den Augen.

 

„Das ist nicht das gleiche, Spike. Es ist wichtig, dass ich mich kenne“

 

„Was hast du soweit gelernt?“

 

„Ich hasse Mathe“

 

Spike lachte.

 

„War es das?“

 

Buffy lachte ebenfalls.

 

„Im Moment“

 

„Dann bleib bei dieser Selbstbeobachtung, Luv“

 

Sie grinste.

 

„Außerdem bin ich so was wie ein Anruferkenner“

 

Er schüttelte über ihren Witz stöhnend seinen Kopf.

 

„Kann ich jetzt eine Umarmung bekommen?“ fragte sie und schob ihre Unterlippe vor.

 

Sie wusste genau, dass Spike machtlos gegen ihr Schmollen war. Er griff nach ihr und zog sie in seine Arme. Und Buffy lächelte albern.

 

„Du kannst mehr als eine Umarmung haben, Mädchen“ schnurrte er und knabberte an ihren Lippen.

 

Sie knabberte zurück, bevor sie sich küssten.

 

„Ich sorge mich nur um dich, Kätzchen. Ich will nicht, dass mein Mädchen jemals durch etwas verletzt wird“

 

Buffy nickte.

 

„Ich weiß, Spike“

 

Sie lehnte sich an ihn, presste ihr Gesicht in sein Hemd und roch die Mischung aus getrockneten Bettlaken, Alkohol und Rauch. Alles Spikes. Alles für sie.

 

 

*

 

 

„Spike sorgt sich um mich“ erzählte Buffy Angel später, als sie gerade wie ein Besenstiel auf dem Boden von Angels altem Speicher über der Galerie saß.

 

Bald nachdem Faith und Wesley die Stadt verlassen hatten, hatten sie entschieden, dass dies ein perfekter Ort zum trainieren wäre. Es gab mehr als genug Platz, um die Geräte aufzubauen. Und noch besser war, dass niemand außer ihnen Zugang hatte.

 

Sie hatte mit beiden Vampiren trainiert und als Angel meinte, dass es Zeit fürs Meditieren wäre, war Spike nach Hause gegangen und hatte Buffy einen scharfen Blick zugeworfen.

 

„Warum?“ fragte Angel abgelenkt, als er an der Stereoanlage herumfummelte und eine beruhigende CD einlegte, zu der sie meditieren würden.

 

„Er denkt, dass ich mich durch die ganze Magie selbst ausbrennen würde“

 

Angel drehte sich stirnrunzelnd um.

 

„Aber du benutzt sie doch nur, wenn wir an etwas arbeiten“

 

„Ich weiß, aber mit der Telefonsache heute....“

 

Angel nickte, als er es schließlich verstand.

 

„Ah, ja. Das. Nun, ich kann nicht sagen, dass es etwas beunruhigend war. Wie hast du es gemacht?“

 

Buffy zuckte mit den Achseln.

 

„Ich weiß nicht. Ich habe nichts gemacht. Ich saß einfach da und genoss den Moment, als das Telefon klingelte. Es tauchte auf einmal in meinem Kopf auf, wer dran ist und ich habe es dir gesagt“

 

„Nun, ich habe eine Veränderung in deinen Fähigkeiten bemerkt, seit wir angefangen haben zu meditieren“

 

„Ich auch“ Buffy nickte. „Denkst du, dass Spikes Sorgen gerechtfertigt sind? Denkst du, dass meine entwickelten Fähigkeiten mich eines Tages schwächen werden?“

 

Angel saß ihr gegenüber, barfuß, mit offenem Hemd und entspannt.

 

„Fühlst du dich irgendwie anders?“

 

Sie schüttelte ihren Kopf.

 

„Nein, nicht wirklich?“

 

„Erkläre nicht wirklich“

 

„Ich fühle mich gleich, nur mehr in Verbindung mit allem.....irgendwie verbunden“

 

„Das macht Sinn. Wenn du Magie praktizierst, arbeitest du mit den Energien der Natur. Und wenn du meditiert, wie wir es getan haben, verbindest du dich selbst mit der Erde. Es macht Sinn, dass du dich den natürlichen Energien um dich herum mehr verbunden fühlst“

 

„Ja, und das fühlt sich nicht schlecht an. Es fühlt sich gut an“

 

„Dann gibt es keine Sorgen“ lächelte Angel.

 

Buffy lächelte zurück.

 

„Okay“

 

„Ein Kuss bevor wir anfangen?“

 

„Natürlich!“

 

Buffy lehnte sich vor und küsste Angel süß, bevor sie sich wieder zurücksetzte. Sie schloss ihre Augen, verschränkte ihre Finger mit Angels und begann sich auf ihre Atmung zu konzentrieren.

 

Die Meditation war jedes Mal das gleiche. Angel hatte es ihr zu Beginn ihrer Stunden beigebracht. Sie würde ihren Körper entspannen, indem sie tief ein- und ausatmete. Dann würde sie sich vorstellen, dass sie Wurzeln unten an ihren Füßen hätte, die bis in die Erde reichen würden. Und dann stellte sie sich selbst als eine Art Baum vor, mit Ästen, die sich von ihrem Kopf reckten und aus ihren Armen sprießen. Und die letztendlich wieder zur Erde runter führten.

 

Dann würde sie die Energien von Erde und Himmel in ihren Körper ziehen und sie dort behalten. Verschlossen in ihrem Körper ließ sie sich von ihrem Geist dorthin bringen, wo sie hingehen musste.

 

Manchmal war sie an einem Ort, den sie ihren ‚glücklichen Ort‘ nannte. Es war eine einfache, ruhige Weide mit einem Fluss und einem Wasserfall, den sie benutzte, um ihre Batterien nach einem langen stressigen Tag oder einer Nacht wieder aufzufüllen. Oder manchmal war ihr Geist einfach nur frei und sie konzentrierte sich nur auf ihre Atmung. Angel war immer bei ihr, um sie zurückzuholen, wenn es Zeit war. Das war der Zeitpunkt, an dem sie diese Energien zurück in die Erde entließ. Sie fühlte sich am Ende immer ausgeruht, aufgeladen und in Frieden.

 

Heute fand sie sich wieder auf ihrer stillen kleinen Weide. Die Sonne brannte auf sie hinab, aber es war weder zu heiß noch zu kalt. Es war einfach richtig. Das Gras war dick und saftig und kitzelte sie an den Füßen, als sie zu ihrem privaten Fluss schlenderte. Sie tauchte ihre Füße in das klare Wasser und hörte auf das Brausen des Wasserfalls, während sie den süßen Duft der weißen Orchideen einatmete, die stellenweise den Platz zierten. Sie hörte Vögel über ihr singen und sie lächelte zu ihnen hinauf, während sie weiter watete. Sie hockte sich in den kühlen Fluss und starrte auf ihr Spiegelbild. Sie piekste darauf und beobachtete, wie sich ihre Gestalt im Wasser kräuselte.

 

Dann fühlte sie sie. Starke Arme griffen nach ihr, zogen sie aus dem Fluss und brachen in ihren ‚glücklichen Ort‘ ein. Die Arme waren in schwarz gekleidet und das Material kratzte auf ihrer Haut. Kein Geräusch war zu hören, außer den Vögeln und dem Wasserfall, als große Hände sich auf ihren Mund legten und sie zum Schweigen brachten.

 

Panikerfüllt riss Buffy ihre Augen auf. Ihr Herz raste, sie schwitzte und sie begann zu keuchen. Angel tauchte in ihrem Blickfeld auf. Die Sorge stand ihm ins Gesicht geschrieben, als er sie näher an sich zog und sie auf seinen Schoß setzte.

 

„Was ist passiert, Buffy?“

 

„Etwas kommt“

 

„Was meinst du?“ drängte er, wiegte ihr Gesicht in seinen Händen und sah sie flehentlich an.

 

„Ich war an meinem glücklichen Ort und da waren diese Arme in schwarz - sie packten mich. Rissen mich aus dem Fluss. Sie zogen mich da raus“

 

„Und was dann?“

 

„Ich bekam Angst und öffnete meine Augen“

 

„Spike hat dich beunruhigt. Jetzt war keine gute Zeit, um-“

 

„Nein, Angel. Ich fühle es. Hier drin“ Sie legte ihre Hand auf ihren Bauch. „Etwas kommt“

 

 

Kapitel 2

 

„Was denkst du, ist es?“

 

„Ich weiß es nicht!“ rief Buffy aus und krabbelte auf ihre Füße.

 

„Buffy, entspann-“

 

„Es war mein glücklicher Ort, Angel. Etwas, nein, ein Haufen von JEMANDS war an MEINEM glücklichen Ort. Jetzt ist er nicht mehr heilig, was?“

 

„Das ist nicht wahr“

 

Buffy Augen zogen sich zusammen.

 

„Was meinst du?“

 

„Ich meine, dass es deine Intuition war, die eingesetzt hat. Sie versucht dir zu sagen, dass etwas passieren wird - oder - wie du gesagt hast, dass es dich warnt“

 

„Ich weiß, was Intuition ist, Angel. Es macht mir aber wirklich etwas aus, dass es in dem einen Ort passiert ist, an dem ich weiß, dass ich völlig und komplett sicher bin“

 

Jetzt sah Angel verletzt aus.

 

„Fühlst du dich das nicht mit Spike und mir?“

 

„Nein Angel, so meine ich das nicht“ erklärte Buffy. „Es geht nur darum, dass mein glücklicher Ort mir alleine gehört. Ich liebe dich und Spike. Das weißt du. Ich WEISS, dass du das weißt. Es ist nur, dass das mein kleiner Zufluchtsort ist. Ungefähr so, wenn du nachts am Strand rumhängst? Oder wenn Spike....in die Bar geht. Das klang jetzt nicht richtig“

 

Angel gluckste.

 

„Ich verstehe es, Liebling. Ich hatte nur einen kleinen Aussetzer“

 

„Also bei dem was ich sage geht es darum, dass es ziemlich beunruhigend ist, dass gerade jemand in meinen Zufluchtsort eingedrungen ist, wenn es doch darum geht, dass man dort hingehen kann, um nicht gestört zu werden und um SICHER zu sein“

 

„Hättest du also etwas dagegen, wenn ich mich zu dir geselle, damit wir herausfinden können, was nach dir gepackt hat?“

 

„Ich weiß nicht. Ich bin gerade ‚angegriffen‘ worden und bin nicht direkt in Stimmung, jetzt direkt wieder zurückzugehen“

 

„Das macht Sinn. Vielleicht können wir es morgen Nacht noch einmal versuchen. Wir können das nicht einfach so dabei belassen. Wir müssen herausfinden, was das ist was kommt und wie man es bekämpfen kann“

 

„Natürlich und ich bin dabei, dass man vorbereitet sein soll. Nur will ich jetzt nur nach Hause gehen und......oooohhhh......baden. Mit Schaum. Einer Menge Schaum. Hast du jemals ein Schaumbad genommen, Angel?“

 

Angel grinste, als er die CD ausschaltete.

 

„Ist das eine Einladung?“

 

Buffy lachte.

 

„Könnte sein. Kommt drauf an“

 

Angel grinste.

 

„Worauf?“

 

„Darauf, ob du etwas Geld bei dir hast, um das Schaumbad zu kaufen. Denn ich bin pleite“

 

Sie lächelte strahlend und Angel begann zu lachen.

 

 

*****

 

 

Das erste, was Buffy machen musste, als sie nach Hause kam, war, Spike davon zu erzählen, was während ihrer Meditation passiert war. Buffy hatte vor langer Zeit gelernt, dass es eine SCHLECHTE Idee war, vor jemandem etwas zu verheimlichen. Besonders vor ihren beiden Vampiren. Buffy kannte jedoch einen Weg, den Ausbruch von „Ich hab‘s dir ja gesagt“ und „Keine Magie mehr“ abzumildern:

 

Sie würde es ihm erzählen, während sie ihn für ihr gemeinsames Bad auszog.

 

„Worum geht es?“ fragte Spike mit einem Lächeln im Gesicht und in seiner Stimme, als sie sich auf ihn warf, sobald sie und Angel nach Hause gekommen waren.

 

Angel sagte ihr, dass er das Wasser anstellen würde und zog sich ins Badezimmer zurück.

 

Sie lächelte, als sie sich rittlings auf ihn setzte, da wo er auf der Couch lag. Sie lächelte ihn spitzbübisch an.

 

„Schaumbad“

 

Sie öffnete seinen Gürtel, zog ihn aus den Gürtelschlaufen und warf ihn dann zusätzlich auf den Boden. Sie kicherte jedoch über ihre Versuche, eine übermütige Sexgöttin zu sein und platzierte einen sanften Kuss auf Spikes amüsiertes Grinsen.

 

„Wie war die Meditation?“ murmelte er, als er sie in seine Arme nahm und sie näher an sich zog.

 

Dies tat er, um mit seinen Händen Zentimeterweise über den Rückenteil ihres Shirts zu wandern und um ihr das Shirt ausziehen zu können.

 

„Gut“ sagte sie einfach und nachdem sie ihr Shirt quer durch den Raum geworfen hatte, griff sie hinter sich, um ihren BH zu öffnen. „Obwohl etwas passiert ist“

 

„Was?“

 

„Jemand, oder ein Haufen von jemands hat mich in meinem glücklichen Ort angegriffen“

 

Sie öffnete ihren BH und ihre Brüste hüpften frei heraus. Spike war für einen Moment abgelenkt, aber nur für einen Moment.

 

„Was? Du wurdest auf deiner Weide angegriffen?“

 

Sein Blick verließ ihre Brüste und wanderte direkt zu ihrem Gesicht. Sie nickte, lehnte sich vor und küsste ihn sanft.

 

„Angel sagt, es wäre meine Intuition, die mich warnt. Etwas kommt“

 

Dann zog sie sich zurück und spreizte ihre Hände unter seinem Shirt, hob es an und zog es ihm dann aus. Sie fuhr mit ihren Händen über seine nackte Brust und kratzte mit ihren Fingern über seine Brustwarzen. Er griff nach ihren Handgelenken und stoppte sie.

 

„Buffy. Netter Versuch, mich ablenken zu wollen. Sag mir, was los ist, Luv“

 

Buffy seufzte.

 

„Ich wollte dich nicht beunruhigen“

 

„Und indem du mich und dich ausziehst, hast du gedacht, dass ich mich weniger sorge?“

 

„Nun, nein. Ich hatte nur gehofft, dass dein verrücktes Ich sich weniger aufregen würde“

 

„Das ist nicht fair“

 

Sie hob eine Augenbraue.

 

„Nicht fair? Muss ich dich an die Zeit erinnern, als du versucht hast mich zu verführen, nachdem du all meine Schokolade gegessen hast?“

 

„Das ist etwas ganz anderes“

 

„Wieso?“

 

„Dein Leben war nicht in Gefahr“

 

„Nein, aber deins“

 

Spike warf ihr einen Blick zu.

 

„Buffy“

 

„Spike“ Sie erwiderte den Blick. „Mein Leben ist nicht in Gefahr. Wir wissen das....noch nicht“

 

„Ja. Klingt vielversprechend. Was ist genau passiert?“

 

Buffy seufzte und setzte sich zurück, immer noch rittlings auf ihm.

 

„Ich war an meinem glücklichen Ort und jemand mit einem schwarzen, kratzigen langärmligen Shirt packte mich und legte die Hand über meinen Mund. Ich hatte jedoch das Gefühl, dass mehr als einer da war und dass etwas kommen würde. Ich habe meine Meditation beendet und Angel alles darüber erzählt. Wir werden das alles herausfinden“

 

Spike hob eine Augenbraue und verschränkte seine Arme.

 

„Werde ich auch dabei helfen, alles herauszufinden?“

 

„Natürlich! Ich weiß aber, wie sehr du Magie hasst“

 

„Ich komme damit klar, wenn es bedeutet, dass du sicher bist“

 

Sie nickte und platzierte ihre Hände auf seinem Reißverschluss.

 

„Können wir jetzt mit dem Ausziehen anfangen? Ich denke, das Wasser ist fertig, denn ich höre es nicht mehr“

 

Spike nickte und grinste, als Buffy den Knopf und den Reißverschluss seiner Hose öffnete. Sie blickte sie skeptisch an.

 

„Was?“ fragte Spike mit einem leichten Drängen in der Stimme.

 

„Es gibt etwas über diese Art von engen Hosen zu sagen“

 

„Oh?“ murmelte Spike, lehnte sich vor und küsste sie sanft. „Und das wäre?“

 

„Sie sind wie ein billiges Motel. Ohne Festsaal“

 

Spike fiel auf die Couch zurück und schüttelte sich vor Lachen.

 

 

*****

 

 

Buffys Augen öffneten sich langsam, als sie bemerkte, dass Angel nicht länger bei ihnen im Bett war. Er machte das ständig, dass er mitten in der Nacht aufstand und fernsah oder las. Angel war schon immer ruhelos gewesen. Spike sagte immer, dass er früh genug mit seinen Grübeleien anfangen müsse. Buffy wusste, dass Angel immer etwas durch den Kopf ging. Ob es etwas war, das der Galerie nutzte oder eine Bewegung im Kampf, die sie verwenden konnten. Angel dachte immer voraus.

 

Als die Drei zusammengekommen waren hatte Angel aufgehört, so oft mitten in der Nacht aufzustehen. Er schlief besser, seine Gedanken beruhigt. Aber jetzt fühlte sich sein Verstand wieder unbehaglich.

 

Leise stieg Buffy aus dem Bett und schlenderte ins Wohnzimmer. Kein Angel. Sie hörte jedoch seine Stimme. Er war mit seinem Handy draußen. Er trug kein Hemd, hatte jedoch seine Hose an und blickte von der Tür weg. Sie lächelte über sein Glucksen, das ihm entwich. Sie machte sich auf den Weg nach draußen. Er drehte sich um, sah sie dort stehen und blickte sie fragend an. Sie antwortete nicht. Statt dessen glitten ihre Arme um ihn und sie kuschelte sich an ihn. Sie fühlte, wie ein starker Arm sie umschlang und lächelte.

 

„Ja, okay. Danke Giles. Gute Nacht“

 

Er klickte sein Telefon aus, warf es auf einen Sessel in der Nähe und schlang beide Arme um sie.

 

„Warum bist du auf, Prinzessin? Habe ich dich geweckt?“

 

„Nee. Nun, nachdem mir klar wurde, dass du nicht mehr im Bett warst. Hast du endlich Rupert Giles erreicht?“

 

„Ja, ich konnte nicht schlafen. Ich habe-“

 

„Nachgedacht“

 

„Ja, nachgedacht“

 

„Und worüber?“

 

„Ich hatte ein paar Fragen wegen dem, was dir passiert ist und was wir deswegen machen können. Er hat mir ein paar Ratschläge gegeben“

 

„Und? Wenn man daran denkt, dass das mit mir zu tun hat, denke ich, dass ich das wissen sollte“

 

„Nun“ begann er, setzte sich auf einen der Terrassenstühle und zog sie auf seinen Schoß herunter. „Ich habe ihm gesagt, was passiert ist und ob es tatsächlich möglich wäre, dass ich mich dir anschließen könnte, um zu sehen, was da war um dir zu schaden. Und das ist es, so lange ich deine Zustimmung habe“

 

„Und was ist mit Tatsache, dass an meinem glücklichen Ort Sonnenlicht ist? Könnte dich das nicht verbrennen?“

 

„Nicht so lange du es nicht willst“

 

„Ich wollte diese Kerle nicht an meinem glücklichen Ort, aber sie sind aufgetaucht. Wie können wir sicher sein, dass du nicht verbrannt wirst?“

 

„‘Diese Kerle‘ waren unerwartet. Sie waren ein Teil deiner Intuition. Eine innere Quelle die nichts mit deinem glücklichen Ort zu tun hat. Es ist deine Weide. Deshalb kontrollierst du, was dort passiert“

 

„Was meinst du mit eine ‚innere Quelle‘? Ich meine, wenn irgendeine innere Quelle in meinen Verstand eindringt, kann das sicher Schaden verursachen“

 

„Die innere Quelle ist dein Unterbewusstsein. Das ist die innere Quelle“

 

„Mein Unterbewusstsein hat diese unheimlichen Männer produziert?“

 

„Dein Unterbewusstsein sammelt Informationen, bevor dein Bewusstsein davon Kenntnis bekommt. Das ist die ganze Sache hinter der Intuition. Du hast diese Gefühle und Gedanken wegen Dingen, die deinem Unterbewusstsein schon bekannt sind. Die Tatsache, dass du etwas weißt, ist ein Teil davon, dass dein Unterbewusstsein schon etwas ahnt. Was wird tatsächlich passieren und wer sind sie? Das mag zu weit fortgeschritten für dich sein. Das ist Gewöhnlicherweise für die reserviert, die zu außersinnlichen Wahrnehmungen neigen“

 

„Also kann ich eigentlich keine Antworten bekommen?“

 

„Nein. Du kannst dich ihnen stellen und sicher vor ihrer Bedrohung sein. Aber du bekommst keine Antworten von ihnen. So wie du bedroht wurdest bedeutet, dass....

 

Angels Stimme verstummte und er vergrub sein Gesicht an ihrer Schulter.

 

„Was Angel? Sag‘s mir“

 

„Was auch immer kommt, IST bedrohlich“

 

„Mach dir keine Sorgen, Angel. Wir werden uns dem stellen. Wir alle zusammen“

 

„Giles hat gesagt, dass ich sicher sein würde, wo du bist, denn es ist nicht deine Absicht, mich zu verletzen. Die Sonne würde mich nicht verletzen, so lange du das nicht auch willst. Diese Männer würden dich nicht verletzen, so lange du das nicht willst“

 

„Also sagst du, dass du mit mir zu meinem glücklichen Ort kommen und diese Männer sehen kannst, aber dass ich keine Antworten bekommen könnte. Und wenn ich keine Antworten bekomme, dann wette ich, dass du auch keine bekommst. Du wirst sicher sein wenn du da bist, aber wirklich, was ist der Sinn, dass du da bist, wenn du nichts machen kannst, um mir zu helfen?“

 

„Du hast gesagt, dass sie dich gepackt haben, richtig? Dass du sie nicht sehen konntest, korrekt?“

 

„Richtig. Natürlich bin ich ein wenig durchgedreht. Deshalb habe ich mich nicht umgedreht um nachzuschauen“

 

„Also da hast du es. Ich werde sehen können, wenn sie dich packen, sich dir nähern, was auch immer. Ich werde fähig sein, sie zu sehen. Auch wenn du es dieses Mal machst, sehen zwei paar Augen mehr als nur eins. Ich kann die Nachforschungen machen, und etwas über ein paar Dämonen oder Vampire herausfinden, die kommen könnten“

 

„Und du bist sicher, dass du dort sicher bist?“

 

„Es ist ein Ort, den du zur Hälfte mit deinem Verstand selbst erschaffen hast, Buffy. Würdest du mir Schaden zufügen, wenn du die Möglichkeit hättest?“

 

„Niemals“

 

„Dann werde ich sicher sein“

 

„Warte, was meinst du damit, dass ich ihn zur Hälfte erschaffen habe?“

 

„Dieser Ort, er existiert. Auf einer astralen, magischen Ebene existiert er und ist nur für dich“

 

„Also wie du und Spike. Alles für mich“

 

Angel gluckste.

 

„Genau“

 

„Weißt du, wie es gemacht wird? Wie du dort mit mir hinkommst?“

 

„Das ist einfach. Du wirst meine Führung sein. Wir werden unsere Energien vermischen und du wirst mich mit dir nehmen“

 

„Klingt einfach genug“

 

„Du hast Angst“

 

„Nervös. Unbehaglich. Ich würde nicht ängstlich sagen. Was, wenn ich es nicht machen kann?“

 

„Wenn du es beim ersten Mal nicht schaffst-“

 

„Versuchen wir es noch einmal“

 

„Siehst du? Wir sind so verbunden, als würden wir einen Verstand teilen“

 

„Beängstigend“

 

„Ich mag zufällig deinen Verstand“

 

„Ich meinte für mich“ neckte sie ihn.

 

„Göre“

 

 

Kapitel 3

 

„Okay, also was ist meine Aufgabe?“ fragte Spike nervös, der herumzappelte und Buffy und Angel dabei beobachtete, wie sie alles für das Meditieren aufstellten.

 

Buffy sah selbst auch nervös aus. Angel sah zu ihm hinüber und stoppte mit dem, was er gerade tat.

 

„Für den Anfang könntest du mal anfangen, dich zu entspannen“

 

„Das sagst du so einfach“ entgegnete Spike.

 

„Im Ernst!“ brummelte Buffy.

 

„Buffy?“ fragte Angel besorgt.

 

Buffy blickte schuldig und schüttelte ihren Kopf.

 

„Ich fühle mich nur ein wenig nervös. Das ist alles“

 

„Weil ich da sein werde oder wegen dem, was beim letzten Mal passiert ist?“

 

„Ein wenig wegen beidem“

 

„Buffy, ich habe dir letzte Nacht gesagt, dass es sicher sein würde“

 

„Ja, ich weiß. Und dass ich sicher sein würde, weil ich kontrollieren kann, was passiert“

 

„Richtig“

 

„Also, kann ich dir auch Kontrolle geben?“

 

„Nein“

 

„Und der Zweck, dass du dabei bist, ist....?“

 

„Zu sehen, ob ich etwas sehen kann, dass du nicht sehen kannst“

 

„Und ich? Was mache ich?“ fragte Spike.

 

„Wenn die Dinge so aussehen, als würden sie schwierig werden, holst du uns raus, indem du uns ‚weckst‘. Dreh aber auch nicht durch“ sagte Angel zu ihm und dämpfte das Licht.

 

„Ich drehe verdammt noch mal nicht durch!“

 

Buffy und Angel sahen ihn beide an.

 

„Oh, haltet den Mund!“

 

Buffy setzte sich neben Spike auf den Boden und gab ihm einen Kuss.

 

„Sorge dich nicht, Spike. Alles wird gut gehen“

 

„Danke, Kätzchen“

 

Sie lächelte ihn an und sah dann zu Angel, der ihr jetzt gegenüber saß. Sie atmete tief ein.

 

„Ich bin bereit“

 

„Okay, wir fangen so an, wie wir es immer machen, außer dass wir uns dieses Mal an den Händen halten und zusammen atmen“

 

„Du atmest nicht“ wies Buffy ihn darauf hin, als wäre Angel verrückt.

 

„Ja, aber ich kann es. Und in diesem Fall wird es helfen, wenn wir mit dem Atmen etwas haben, das wir zusammen machen können und damit wir zusammen im Einklang sind. Es wird dir helfen, wenn du meine Energie mit in deine ziehst“

 

„Verstanden. Okay, ich bin bereit. Lass uns zusammen atmen“

 

Als sie ihre Augen schloss, hörte sie ein Schnauben von Spike. Sie konnte nicht anders. Sie musste anfangen zu kichern.

 

„Lass uns zusammen atmen?“ fragte Spike mit einem Lachen.

 

„Das klang dämlich, oder?“ kicherte Buffy.

 

„Leute, können wir jetzt anfangen? Je eher wir dort hinkommen, um so eher können wir wahrscheinlich herausfinden, was wegen Buffy kommt“ sagte Angel, der langsam gereizt war.

 

„Oh komm schon, Angel. Werd ein wenig lockerer. Komm schon. Es hilft ein wenig, die Anspannung zu lösen“ rügte Buffy ihn.

 

Angel runzelte die Stirn und schüttelte seinen Kopf.

 

„Angel wird mürrisch. Wir müssen anfangen zu arbeiten“ sagte Buffy zu Spike.

 

„Ich werde nicht mürrisch“ grummelte Angel.

 

„Bereit?“ fragte Buffy, nahm Angels Hände und verschränkte sie mit ihren.

 

Er traf auf ihren Blick und nickte.

 

„Bereit“

 

Sie schlossen zusammen ihre Augen. Buffy konzentrierte sich auf ihre Atmung, auf das leise, aber doch tiefe Ein- und Ausatmen. Sie konzentrierte sich dann auf Angels Atmung, darauf, dass sie synchron atmeten. Sie begann ein Prickeln in ihrem Körper zu fühlen, das in ihren Fingern begann und sich durch ihren ganzen Körper verteilte. Es klappte. Sie hatte das Gefühl, dass Angels Finger mit ihren verschweißt waren. Als wären es auch ihre Finger. Tief atmend fühlte sie, wie Angels Atem sich mit ihrem vermischte, bis sie fühlte, als würden sie wie einer atmen. Sie fühlte sich von ihm umgeben und umhüllt. Er war bei ihr, war ein Teil von ihr. Es war überhaupt nicht unheimlich. Es war erstaunlich. Sie fühlte sich sicher, beschützt und warm. Als könnte nichts sie berühren. Als wenn nichts es WAGEN würde, sie zu berühren.

 

Buffy zog die Energien aus Himmel und Erde, reichte nach unten, sandte ihre Wurzeln aus und verband sie mit denen von Angel.

 

Sie war da. Auf ihrer Weide. Die Sonne schien strahlend und warm herab.

 

„Angel?“ rief sie.

 

„Hier, Buffy“

 

Sie wirbelte herum und sah Angel unter einem Baum, verdeckt im Schatten. Er sah mit einem Schmunzeln im Gesicht nach oben.

 

„Besorgt?“

 

Sie grinste verlegen.

 

„Nur ein bisschen“

 

Angel kam unter dem Baum hervor. Die Sonne traf ihn direkt.

 

„Siehst du? Sicher“

 

Sie nickte, lächelte nervös und sah sich um. Sie erfasste ihre Umgebung. Sie fühlte, wie die Luft sie im Nacken kitzelte und wirbelte herum, bereit für den Angriff.

 

„Buffy, da ist niemand“

 

„Noch nicht. Sie kamen beim letzten Mal, als ich sie am wenigsten erwartet habe“

 

„Vielleicht sollte ich mich verbergen? Wieder unter den Baum gehen und weg von dir?“

 

Buffy schluckte.

 

„Ja, ich denke schon“

 

Angel legte seine Hand unter ihr Kinn, damit sie ihn ansah. Beide runzelten die Stirn. Keiner konnte die Berührung fühlen. Sie blickte zu ihm auf.

 

„Ich mag es nicht, dass ich dich nicht fühlen kann“

 

„Das ist dein Ort, nicht meiner. Ich bin der Besucher hier“

 

„Und sie konnten mich berühren, weil sie ein Teil von mir sind, richtig?“

 

„Richtig“

 

„Aber bist du nicht ein Teil von mir?“

 

„Nicht auf die gleiche Art“ lächelte Angel.

 

„Okay, du gehst unter den Baum und ich werde....wie beim letzten Mal im Wasser waten“

 

Angel nickte, machte sich auf den Weg zum Baum und drehte sich dann zu ihr um.

 

„Mach dir keine Sorgen, Buffy. Denk dran, sie können dich nicht verletzen. Das ist dein Verstand und du kannst sie aufhalten“

 

Sie nickte und machte sich still auf den Weg zum Wasser.

 

Der kalte Strom streichelte ihre Füße. Sie atmete tief ein und ließ sich von ihrer Atmung beruhigen. Die Zeit verging und es kam immer noch niemand. Buffy bewegte sich auf den Rand des Teiches zu, setzte sich in das Gras und legte sich auf ihren Rücken. Immer noch kam niemand. Sie stand auf, um Angel zu sagen, dass es Zeit wäre zu gehen, dass nichts passierte, aber er war nicht da. Sie hatte nicht gespürt, dass er gegangen war. Sie fühlte immer noch seine Energie, aber sie konnte ihn nirgendwo sehen.

 

„Angel?“ rief sie auf und ihr Herz klopfte schneller.

 

Keine Antwort.

 

„Angel, das ist nicht komisch“

 

Sie stampfte hinüber zum Baum und ging ganz drum herum. Er war nicht da. Sie blickte nach oben. Hey, es könnte ja sein. Nicht da.

 

„Angel“ schrie sie.

 

„Buffy, komm zurück, Luv“

 

Sie fühlte, wie Spikes Hand fest ihren Arm packte und ihre Augen flogen auf. Sie blickte direkt auf Angel, der immer noch da saß, ihre Hände hielt und sie beobachtete.

 

„Wo zur Hölle bist du hingegangen?“ wollte sie wissen, schob sich von ihm weg und stand auf. „Ich habe erwartet, dass du da sein würdest und du bist einfach gegangen!“

 

„Buffy, ich war da. Ich habe dir immer geantwortet und du hast mich nicht gehört. Du bist direkt durch mich durch gelaufen“

 

„Was? Du warst da? Da hast mich nach dir rufen gehört?“

 

„Ich habe dich die ganze Zeit beobachtet. Ich habe gehört, dass du nach mir gerufen hast. Ich habe gesehen, dass du zu mir rüber gekommen bist und du bist direkt durch mich durch gegangen“

 

„Ich habe gefühlt, dass du immer noch da warst. Ich konnte dich nur nicht sehen“

 

„Wir sollten es noch mal versuchen. Dieses Mal-“

 

Buffy schüttelte ihren Kopf.

 

„Nein. Es wird wieder das gleiche passieren. Was auch immer kommen wird, es rechnet nicht damit, dass du da bist“

 

„Nun, es hat nicht direkt eine große Wahl“ sagte Spike wütend. „Was auch immer plant zu kommen, wird erst an Angel und mir vorbei müssen, um zu dir zu kommen“

 

„Spike, entspann dich“ begann Buffy.

 

„Ich werde mich verdammt noch mal nicht entspannen, Buffy!“ schrie er und stand auf.

 

„Spike!“ sagte Angel drängend. „Schreien wird auch nicht helfen“

 

Buffy schlang ihre Arme um Spike. Ihr Instinkt hatte ihr dazu geraten.

 

„Mir wird nichts passieren, Spike. Sieh mich an. Mir geht es gut“ Sie zog sich zurück und zwang ihn dazu, sie anzusehen. „Das ist der ganze Grund, warum wir das getan haben. Um Antworten zu bekommen, damit ich sicher bin. Richtig?“

 

Spike nickte.

 

„Richtig“ erwiderte er, bevor er sie an sich drückte und sie ganz fest hielt. Buffy blickte hinüber zu Angel, der erstaunt aussah. Es war gar nicht Spikes Art, sich so zu verhalten. Das war mehr als seine normale Sorge um Buffy. Etwas lastete ihm auf der Seele und Buffy wollte dem auf den Grund gehen.

 

 

Kapitel 4

 

Buffy beobachtete genau, als Spike direkt in ihr Schlafzimmer ging, sobald sie nach Hause kamen und die Tür hinter sich schloss. Ein klarer Beweis, dass er alleine gelassen werden wollte. Sie wollte zu ihm gehen, wollte ihm aber auch die Zeit alleine geben, die er so offensichtlich wollte. Sie blickte zu Angel hinüber.

 

„Warum gehst du nicht und sprichst mit ihm?“ drängte er.

 

„Was ist mit dir?“

 

„Was ist mit mir?“

 

„Ist das eine du, ich und Spike Unterhaltung? Eine du und Spike Unterhaltung oder eine Spike und ich Unterhaltung?“

 

„Ich denke, es ist eine du und Spike Unterhaltung, die später zu einer du, Spike und ich Unterhaltung werden könnte“

 

Sie schüttelte ihren Kopf.

 

„Ich begreife es nicht“

 

„Begreifst was nicht?“

 

„Warum kannst du nicht auch mit ihm sprechen? Ich meine nach allem, was wir geteilt haben. Wie können da noch irgendwelche Geheimnisse sein?“

 

„Sind es auch nicht. Nur....ein paar Dingen zwischen Spike und mir sind nicht erledigt“

 

„Sogar nach all dem, was ihr zusammen durchgemacht habt?“

 

Angel nickte.

 

„Es ist keine schlechte Sache, Buffy. Spike und ich haben einen tiefen Respekt und Verständnis füreinander. Wir wissen, wenn es hart auf hart kommt, werden wir füreinander da sein. Aber wenn es darum geht, Gefühle zu teilen? Es ist nicht nur eine Spike und ich Sache, sondern es ist einfach eine Sache unter Männern“

 

Buffy rollte mit den Augen.

 

„Eines Tages werdet ihr es lernen, miteinander zu teilen“ sagte sie zu ihm und ging zum Schlafzimmer.

 

Sie klopfte leise an die Tür, während sie ihr Ohr dagegen drückte und hörte ein gedämpftes „Herein“, bevor sie eintrat. Spike saß faul in dem Sessel in der Ecke und hielt eine Flasche mit einer bernsteinfarbener Flüssigkeit in seiner Faust. Er starrte blind an die Wand. Kurz konzentrierte er sich auf sie und zwinkerte ihr schwach zu, bevor er einen großen Schluck aus der Flasche nahm.

 

Buffy setzte sich ihm gegenüber auf das Bett, die Beine zusammen und die Knöchel überkreuzt.

 

„Was machst du?“

 

„Trinken“

 

„Warum?“

 

Er zuckte mit den Achseln.

 

„Hat es etwas damit zu tun, was vorhin passiert ist?“

 

„Du meinst die Meditation?“

 

Sie nickte.

 

„Ein bisschen“

 

„Ein bisschen?“

 

„Okay, schön. Eine Menge“

 

„Etwas sagt mir, dass es nicht nur damit zu tun hat, was mir möglicherweise passieren könnte. Bei der Gelegenheit möchte ich doch daran erinnern, dass IMMER etwas hinter mir her ist. Nur jetzt wissen wir davon“

 

„Ja, jetzt bist du unsere richtige Miss Cleo, oder?“

 

„Sie war unecht. Ich bin echt. Spuck‘s aus. Ich will wissen, was dich beschäftigt“

 

„Es ist nichts, mit dem ich nicht klar komme“

 

„Ich weiß das. Aber ich liebe dich, weißt du noch? Und ein Teil der Liebe bedeutet, dass ich dir helfe und dir zuhöre und dass ich dir einen Teil der Last abnehme. Weil ich es will. Du sorgst dich ständig um mich - denkst du, ich sorge mich nicht um dich? Denn ich kann dir jetzt direkt sagen, dass ich das mache. Weißt du noch, wie wir in diesen Kampf geraten sind? Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht daran denke, wie nahe ich dran war, dich zu verlieren“

 

„Komische Sache dieser Kampf. In den alten Tagen hätte ich darin geschwelgt. Hätte geholfen, den entgültigen Schlag auf deinen geschlagenen Körper auszuführen. Nur nachdem ich dich zuerst noch etwas gefoltert hätte“

 

Buffy zuckte daraufhin zusammen. Es war eine Bitterkeit in seinen Worten und seine Worte erschraken sie. Er bemerkte es.

 

„Siehst du? Ich bin ein Monster“

 

Buffy schüttelte ihren Kopf.

 

„Ich bin es nicht gewöhnt, dich so abgestumpft reden zu hören. Du bist kein Monster, Spike“

 

„Sie machen Monsterfilme über Vampire, oder?“

 

„Du bist kein Monster. Du bist Spike und ich liebe dich. Ich würde kein Monster lieben“

 

„Das tust du aber. Die Dinge, die ich getan habe...Ich habe Mädchen deines Altern gefoltert. Ich habe sie fast zu Tode gefoltert und dann noch ein bisschen mehr. Ich habe in ihr Gesicht gelacht und auf ihren Knochen getanzt. Ich bin ein böses Monster und du solltest so etwas wie mich nicht lieben“

 

Buffy Herz brach bei seinen Worten. Sie hasste es, wenn er so über seine Vergangenheit sprach. Wenn er wütend wurde, bitter oder sich schuldig fühlte. Denn wenn er die Schuld fühlte, dann bezeichnete er sich selbst als ein Ding und nicht als Person. Und Buffy konnte nicht an seine Zeit vor der Seele denken. Die Wahrheit war, er WAR damals eine andere Person gewesen. Es war schwer für sie, von den Dingen zu hören, die Spike und Angel - als Angelus - getan hatten. Es war eine Tatsache, dass sie Menschen gefoltert hatten, alle Gattungen und jeden Alters. Wie konnte sie NICHT etwas dabei empfinden? Es ließ sie sich jedoch schuldig fühlen, als würde sie sie nicht akzeptieren, als würde sie ALLES nicht akzeptieren. Aber war es nicht ein Teil der Liebe, die Fehler der anderen zu kennen und es ihnen nicht vorzuwerfen, sondern sie trotzdem zu lieben? Und das tat sie. Der Dämon, den sie kannte, war ein Teil von ihnen und sie akzeptierte es, verstand es sogar teilweise. Sie wusste auch, dass sie diese schrecklichen Dinge gemacht hatten, als sie keine Seele gehabt hatten. Aber Menschen MIT Seele machten auch schreckliche Dinge. Es war alles sehr verwirrend. Aber alles was sie wusste, war, dass sie beide liebte und dass sie sich die beiden nicht grausam und bösartig vorstellen konnte. Sie ließ sich durch nichts davon abzubringen und sie fragte sich oft, ob sie dadurch, dass sie nichts über jede Tötungsorgie der beiden wusste, engstirnig darin war, sie zu lieben. Sie fragte sich, ob es nur Ignoranz von ihr war und ob es später alles auf sie zurückfallen würde. Wollten Spike und Angel überhaupt, dass sie darin herumschnüffelte, wie sie vor der Seele waren? Wann immer sie die beiden fragte, wurden sie nur ungemütlich und defensiv. Es war einfach etwas, worüber nicht gesprochen wurde.

 

Und dann Spike mit seinen Geschichten, mit dem Buch, das er schrieb. Er zwang sich selbst dazu, ein paar dieser Momente erneut zu erleben. Er beschönigte sie jedoch. Er beschönigte sie und machte aus nicht jugendfreier Gewalt harmlose Gewalt. Buffy fragte sich oft, ob das Spikes Art und Weise war, damit klarzukommen. Es schien fast therapeutisch für ihn. Jetzt fragte sie sich, ob es solch eine gute Idee war. Wenn es Spike dazu brachte, seine Vergangenheit erneut zu erleben und in seiner Seele Gewissensbisse verursachte, wollte sie das nicht. Spike war immer derjenige, der sich nach vorne bewegen wollte und der nicht in der Vergangenheit verweilte. Die Vergangenheit könnte dich töten, wenn du zuviel Zeit dort verbringst. Das hatte er ihr immer gesagt. Jetzt tötete es ihn.

 

Buffy erhob sich vom Bett und setzte sich auf Spikes Schoß. Sie wickelte sich um ihn und drückte ihn fest an sich. Sie fühlte die nassen Tränen auf ihrer Brust und hielt ihn nur noch fester.

 

„Ich liebe dich. Nichts wird das ändern“ sagte Buffy zu ihm.

 

„Ich liebe dich auch, Pet. Ich liebe dich so verdammt sehr und ich verdiene dich nicht. Ich verdiene dieses Leben nicht“

 

„Du hast es“

 

„Seitdem Faith und Wesley hierher gekommen sind. Seit diesem Kampf. Es erinnerte mich. Erinnerte mich daran, wie es war, eine Jägerin zu verfolgen. Wie ich zwei getötet habe. Eine war in deinem Alter, als ich dich das erste Mal getroffen habe und die andere in deinem jetzigen Alter. Ich sehe sie immer...Ich sehe sie und sie sind du. Du stirbst durch meine Hand und es bringt mich um, weil ich alles töten würde, das dir schadet. Sogar mich“

 

„Spike! Hör auf, bitte. Ich hasse es, das von dir zu hören“

 

„Es ist ein Teil der Schuld, die ich durchmache, Buffy. Anders als Angel, der eine Ewigkeit darüber grübeln kann, habe ich hin und wieder einen Anfall deswegen. Der Gedanke an diese tollwütigen Hunde hinter meiner Buffy....macht mich verrückt. Verrückt, weil ich den Gedanken nicht ertragen kann, dass jemand dich verletzt und verrückt, weil ich weiß wie sie denken. Ich weiß, wie sie sich gefühlt haben, als sie dich zu Boden geschlagen haben, die Euphorie deswegen. Wie wenig es sie interessierte. Und es reißt meine Seele entzwei, daran zu denken, dass sie die Eine getötet haben könnten, für die ich lebe und für die ich sterben würde....und wie diese Mädchen, die ich getötet habe....alle...wie sie jemanden gehabt hatten, der genauso empfunden hat wie ich für dich und wie sehr es mir egal war“

 

Er schluchzte für eine lange Zeit an ihrer Schulter und Buffy hielt ihn. Ihre eigenen Tränen fielen mit seinen, für ihn. Sie wusste nicht, was sie sagen sollte, um es besser zu machen. Sie war nicht mal sicher, ob überhaupt irgendetwas, was sie sagen könnte, es besser machen würde. Alles was sie machen konnte, war, ihn zu halten und ihm zu sagen, dass sie ihn liebte und zu beten, dass er ihr glaubte. Was Spike brauchte, war Angel. Er war der einzige, der wirklich verstand, wie es war, diese Dinge getan zu haben und sich dann mit einem Gewissen daran zu erinnern. Eine Seele war etwas, worüber sie nie groß nachgedacht hatte. Wahrscheinlich deshalb, weil, nun, sie war mit einer geboren, und das Konzept, eine zu verlieren, war fremd für sie. Außerdem kannte sie Spike und Angel schon so lange mit ihren Seelen, dass es schwer war, sich zu erinnern, dass sie vor langer Zeit auch Vampire gewesen waren, die es auf sie abgesehen hatten. Knurren, zischen, grollen und nach ihr greifen in der Absicht, sie zu töten. Angel wusste es jedoch. Angel wusste, wie es war und er war der einzige, der Spike möglicherweise helfen konnte. Sie kam sich vor, als wäre sie in einem fremden Territorium und kam sich deswegen ungebildet vor. Was konnte sie schon tun, außer dass sie ihn trotz allem was er getan hatte immer noch liebte?

 

„Ich will dich beanspruchen“

 

Spike Worte rissen sie aus ihren Gedanken.

 

„Was?“

 

„Ich will dich beanspruchen“

 

Also das war jetzt etwas anderes.

 

„Ich zweifle ein bisschen wegen der ganzen Beanspruchungs-Sache. Kannst du mir das bitte erklären?“

 

Er blickte sie mit feuchten Augen an.

 

„Ich beiße dich, markiere dich als mein....Ich sage ‚mein‘ und du bist mein. Kein anderer Vamp kann dir etwas antun. Es würde bedeuten, dass du für alle Ewigkeit zu mir gehörst und jeder Vamp, dem wir begegnen, würde das wissen. Es würde dich schützen. Und es würde uns verbinden, unsere Liebe verbinden“

 

Sie blinzelte ihm zu.

 

„Mich beißen, sagst du?“

 

Er nickte.

 

„Es würde nicht schmerzen, Buffy. Wenn es richtig gemacht wird, ist es eine sehr erotische Erfahrung. Gewöhnlicherweise während dem Sex“

 

„Beiße ich dich dann auch?“

 

Seine blauen Augen verdunkelten sich.

 

„Wenn du es willst“ sagte er fast schon hoffnungsvoll. „Du kannst mich auch beanspruchen. Mach mich für immer dein“

 

Sie lächelte sanft.

 

„Ich dachte, ich wäre schon für immer dein“

 

Er lächelte schwach zurück und hielt sie fester.

 

„Das bist du. Aber mit Blut.....würde es noch stärker. Es würde der Welt zeigen, dass wir zueinander gehören“

 

„Was ist mit Angel? Könnte er mich auch beanspruchen?“

 

Spike blickte einen Moment weg und blieb still. Dann nickte er.

 

„Ja, er kann dich auch beanspruchen. Es ist noch nie passiert, aber ja, ich nehme an, dass er es könnte“

 

„Spike, sieh mich an“ Buffy legte ihre Hand unter sein Kinn und drehte seinen Kopf zu ihr. Sie betrachtete ihn und sah, wie unzählige Emotionen in ihm herumwirbelten. „Du wolltest es nur alleine machen“

 

Er blickte schuldig nach unten.

 

„Stimmt“ flüsterte er.

 

„Du weißt, dass ich das nicht kann.....Angel muss daran beteiligt sein“

 

„Ich weiß. Ich....ich weiß nicht, was ich gedacht habe“

 

„Ich schon“ murmelte Buffy. „Du hast solche Angst, dass ich dich verlassen könnte - weil ich deine Vergangenheit hasse oder weil ich getötet werde - dass du alles tun würdest, um mich zu behalten. Um dafür zu sorgen, dass ich nicht gehen KANN, wenn ich es wollte. Was ich nicht will und niemals vorhabe. Spike“ Sie zwang ihn, sie wieder anzuschauen. „Ich liebe dich so sehr. Ich werde dich niemals verlassen. Deine Vergangenheit ist vorbei. Es wird dich umbringen, wenn du weiter darauf herumreitest und ich brauche dich hier, bei mir. Bitte, bleib hier bei mir, okay?“

 

Er nickte und aus seinen Augen liefen erneut Tränen. Er vergrub sein Gesicht an ihrem Nacken.

 

„Sag es noch mal. Sag, dass du mich niemals verlassen wirst“

 

„Ich werde dich nie verlassen“

 

„Wirst du dir das mit der Beanspruchung überlegen? Angel kann es auch machen...Ich will, dass du sicher bist. Wirst du darüber nachdenken?“

 

„Das brauche ich nicht“

 

„Nicht?“

 

Er sah zu ihr auf, als hätte er Angst davor, was ihre Antwort sein würde.

 

Sie schüttelte ihren Kopf.

 

„Ich weiß schon, wie die Antwort lautet“

 

Er wartete schweigend.

 

„Ich vertraue dir und ich vertraue Angel. Ich liebe dich und ich liebe Angel. Ich weiß, dass ihr mir niemals wehtun würdet und ich kann mir nichts besseres denken, als für alle Ewigkeit zu dir und zu Angel zu gehören. Ich weiß bereits, dass ich das werde, aber wenn du es offiziell machen willst, dann von mir aus. Und wenn noch der Bonus meiner Sicherheit dazukommt? Ich bin dabei“

 

„Wirklich?“

 

Sie nickte.

 

„Dachtest du wirklich, dass ich nein sagen würde? Dummer Junge. Ich bin bereits dein und du bist bereits mein. Das gleiche gilt auch für Angel“

 

„Was gilt auch für Angel?“ fragte Angel und schob die Tür auf.

 

„Buffy hat der Beanspruchung zugestimmt. Sie will es machen“ erklärte Spike.

 

„Ihr habt darüber gesprochen?“

 

Angel hatte einen schockierten Gesichtsausdruck.

 

Buffy nickte.

 

„Spike hat gesagt, dass es uns für alle Ewigkeit miteinander verbinden würde und dass es sicherer für mich wäre“ Sie runzelte die Stirn. „Nur für mich? Oder auch für euch?“

 

„Nur für dich, Kätzchen. Du bist immer noch sterblich“

 

„Das ist nicht fair!“

 

Angel kam hinüber zum Bett und setzte sich ihnen zugewandt.

 

„Du hast mir nie gesagt, dass du es machen wolltest, Spike. Ich habe es schon mal erwähnt und du hast kaum etwas entgegnet“

 

„Weil ich nicht dachte, dass sie schon bereit dafür wäre. Die Dinge sind jetzt anders. Vorher haben wir erst die Basis unserer Beziehung gefunden. Jetzt ist alles geregelt. Es ist Zeit“

 

„Könntet ihr aufhören so zu reden, als wäre ich nicht da? Das ist wirklich nervend“ sagte Buffy zu ihnen.

 

„Tut mir Leid, Pet“

 

„Also“ Buffy stand auf und sah sie an. „Wie fangen wir an?“

 

 

Kapitel 5

 

„Es ist kein formales Ritual, das du machst“ informierte Angel sie.

 

„Wie ich schon sagte, passiert es während dem Sexakt“ erinnerte Spike sie.

 

Sie nickte langsam.

 

„Okay, wir sind also mitten beim Sex und dann beißt ihr mich, sagt ‚mein‘ und ich beiße euch zurück, sage ‚mein‘ und fertig?“

 

Beide Vampire nickten.

 

„So ziemlich, ja“

 

„Okay also.....wenn wir das nächste Mal.....geil sind?“

 

Angel und Spike grinsten und sie wusste, was ihnen durch den Kopf ging. Sie rollte mit den Augen.

 

„Richtig. Mit wem rede ich denn hier? Ihr beiden seid IMMER geil. Aber ich nicht. Ich muss sagen, dass ich im Moment ein wenig ausgelaugt bin“

 

Sie machten lange Gesichter.

 

„Vielleicht könnten wir ausgehen?“ fragte sie hoffnungsvoll.

 

„Ausgehen? Ich dachte, du wärst ‚ausgelaugt‘“ betonte Angel.

 

„Ich bin wegen all den ganzen Sachen ausgelaugt. Ich habe vor, etwas Dampf abzulassen. Ich denke, dass wir alle ausgehen sollten und etwas MACHEN sollten, dass nichts mit Vampiren, Meditation und Magie zu tun hat“

 

„Und was, Kätzchen?“

 

„Wie wäre es mit einem Abendessen? Ich bin ausgehungert und wir könnten irgendwo hingehen, wo man tanzen kann. Vielleicht hinterher noch ein wenig am Strand spazieren gehen?“

 

Angel lächelte.

 

„Ich bin dabei. Wir könnten uns alle schick machen“

 

„Ooooh! Ich suche ein Outfit für Spike!“ rief Buffy aus und ging sofort zum Schrank. „Angel, kann Spike einen von deinen Anzügen ausleihen?“

 

„Ich brauche keinen verdammten Anzug “ beschwerte sich Spike.

 

Buffy drehte sich um und klimperte mit den Wimpern in seine Richtung. Dann schob sie ihre Unterlippe schmollend hervor.

 

„Bitte bitte?“

 

Er starrte sie finster an.

 

„Das ist nicht fair, wenn du so schmollst. Du weißt, was es bei mir bewirkt“

 

Sie schmollte weiter.

 

„Schön, ich werde einen Anzug anziehen!“ Dann. „Ich gehe duschen“

 

Sie lächelte strahlend und begann im Schrank zu wühlen.

 

Angel stellte sich neben sie.

 

„Ist alles gut gegangen?“

 

Sie drehte sich zu ihm und seufzte heftig.

 

„Er hat Schuldgefühle wegen seiner unschönen Vergangenheit“

 

Angel sah nach unten.

 

„Ich weiß was er fühlt“

 

„Und genau darum solltest du mit ihm reden. Ich kann ihm dabei nicht helfen, Angel. Du hast das durchgemacht“

 

„Ich mache das IMMER noch durch, Buffy“

 

„Dann müsst ihr miteinander reden“

 

Angel seufzte und nickte. Dann blickte er zu ihr auf.

 

„Wie kommt es, dass du meinen Anzug nicht auswählst?“

 

Er klang so sehr wie ein verwundetes Hündchen, dass Buffy darüber kichern musste, wie süß er war. Seine eigene Unterlippe war gefährlich nahe daran, sich hervorzuschieben.

 

„Weil du im Gegensatz zu Spike Abwechslung in deiner Garderobe hast. Ich bin daran gewöhnt, dich fein angezogen zu sehen. Spike aber nicht so sehr“

 

Er nickte, war aber immer noch nicht zufrieden.

 

„Wenn du dich damit besser fühlst, werde ich deinen Anzug auch auswählen“

 

Er lächelte breit und Buffy lachte. So groß und hart - und alt - ihr Männer auch waren, sie waren im Herzen immer noch große Kinder.

 

 

*****

 

 

Buffy hatte eine schöne Zeit und konnte ihre Augen nicht von Angel und Spike nehmen. Sie waren so unglaublich gutaussehend an diesem Abend. Angel mit seinem dunklen Anzug und seinem dunkelblauen Hemd. Und Spike mit einem dunkelblauen Nadelstreifenanzug, pinkfarbenen Hemd und Krawatte. Beide waren so schneidig, dass Buffy die Woge von Stolz nicht unterdrücken konnte, weil sie mit beiden zusammen war. Sie hatte sich bei BEIDEN eingehakt und es war ihr ziemlich egal, was irgendwer dachte.

 

Sie hörte zu, wie sich die beiden gegenseitig wegen Mary Shelly‘s Frankenstein aufzogen, dem Buch, das sie für ihre Literaturklasse las. Sie musste ein Referat darüber schreiben und wollte die Meinung der beiden. In Anbetracht dessen, dass Angel zu der Zeit in der Gegend gewesen war, hatte sie gedacht, dass er vielleicht etwas darüber wusste, wie die Kritiken zu der Zeit waren oder vielleicht sogar, was Mary Shelly selbst über ihre Arbeit zu sagen hatte. Es hatte zwischen Spike und Angel eine Meinungsverschiedenheit zwischen Wesensart und Fürsorge ausgelöst. Buffy fand es lustig, wenn man davon ausging, dass beide im Wesentlichen das gleiche sagten, beide aber das Bedürfnis hatten, darüber zu streiten, warum sie sich einig waren.

 

„Nun, da Frankenstein ihn aus toten Mördern erschaffen hat, würde ich als erstes sagen, dass er von Natur aus schlecht war“ begann Angel nachdenklich. „Sieh dir außerdem Victor an. Er war nicht direkt der Inbegriff der Freundlichkeit. Er war kein sehr fürsorglicher Vater--“

 

„Ah, ABER, er war nicht direkt der biologische Vater, oder?“ warf Spike ein. „Er war nur ein verrückter Wissenschaftler, der Gott gespielt hat und aus menschlichen Teilen eine Kreatur erschaffen hat und der dann seinen „Sohn“ verstoßen hat, weil er angeekelt von dem war, was er erschaffen hatte“

 

„Worauf ich eigentlich kommen wollte, wenn du mich hättest ausreden lassen“

 

Spike grinste.

 

„Sicher wolltest du das, Peaches“

 

Angel ignorierte Spike, sah direkt zu Buffy und fuhr fort.

 

„Er verstieß seinen ‚Sohn‘ und überließ es ihm, für sich selbst zu sorgen. Was nicht gerade das beste war, was diese Kreatur machen konnte. Er konnte kaum sprechen, ähnlich wie ein Säugling trotz seiner Größe. Außerdem hatte er ein abscheuliches Äußeres. Er wurde von jedem angegriffen, mit dem er in Kontakt kam“

 

„Nicht von jedem. Da war die De Lacay Familie“ fügte Spike hinzu. „Von ihnen lernte er, was Freundlichkeit und Liebe war“

 

„Bis er von allen gesehen wurde, außer dem blinden Vater. Alles was sie ihm dann zeigten, war Abscheu“ betonte Angel.

 

„Also denkst du, dass seine Gewalt ein Produkt davon war, wie ihn sein ‚Vater‘ und die Gesellschaft behandelt haben? Dass im Grunde genommen die Fürsorge über seine Natur gewonnen hat“ fasste Buffy zusammen.

 

„Korrekt“ stimmte Angel zu. „Jedenfalls ist das meine Meinung. Es gibt viele Möglichkeiten, wie man Frankenstein sehen kann und der Vergleich Wesenart gegen Fürsorge bei der Kreatur ist eine Auseinandersetzung, der noch niemand zugestimmt hat. Egal wie du es auch siehst, Victor hat nicht richtig getickt. Er hat Gott gespielt, hat etwas erschaffen, vor dem er sich geekelt hat und hat es dann verstoßen. Was ihm passiert ist hat er sich selbst zuzuschreiben und hat es heraufbeschworen“

 

Buffy nickte.

 

„Richtig. Massenvernichtung folgt, wenn man Gott spielt“

 

„Richtig“ sagten Angel und Spike gleichzeitig und sahen sich dann komisch an.

 

„Wenn Victor jetzt dieser Kreatur Liebe gezeigt hätte oder wenn er sich wenigstens die Zeit genommen hätte, ihm die richtige Art beizubringen, wie man mit Menschen umgeht, denkt ihr, dass die Kreatur letztendlich von der Gesellschaft akzeptiert worden wäre?“ fragte Buffy.

 

Buffys Männer wurden still und schienen gedankenvoll.

 

„Vielleicht, obwohl ich es bezweifle. Ich meine, die Kreatur war hässlich, da geht kein Weg dran vorbei. Ich denke, dass es zu weit ginge“ sagte Angel nachdenklich.

 

„Obwohl, wenn die Gesellschaft gesehen hätte, wie die Kreatur durch Victor akzeptiert worden wäre, dann könnte es eine Chance gegeben haben, dass er akzeptiert worden wäre. Victor wollte sich einfach nicht die Zeit nehmen und sich um ihn kümmern. Er ekelte sich vor seiner Kreatur und vor sich selbst. Es war von Anfang an verflucht“ fasste Spike zusammen.

 

„Würdest du gerne tanzen?“ fragte Buffy Spike plötzlich.

 

Beide brauchten einen Moment, um den plötzlichen Themenwechsel zu begreifen. Spike nickte, stand auf und streckte ihr seine Hand hin. Sie lächelte ihn warm an und folgte ihm auf die Tanzfläche.

 

„Habe ich dir schon gesagt, wie wunderschön du heute Abend aussiehst, Luv?“ murmelte Spike in ihr Ohr, als er seine Arme um sie schlang und sie an sich zog.

 

Sie lächelte.

 

„Als wir gegangen sind. Habe ich dir gesagt, wie gut du heute Abend aussiehst?“

 

Er grinste.

 

„Hast du. Ich denke, ich sollte darüber nachdenken, dass du den Anzug ausgesucht hast. Aber pink, Luv?“

 

„Eh, denk es dir einfach als ein helles rot und es ist okay. Fühlst du dich besser?“

 

„Sehr“ hauchte Spike leise an ihrem Nacken und brachte damit eine Gänsehaut auf ihre Haut.

 

Sie legte ihren Kopf auf seine Brust und schwelgte in Spike. Sie tanzten zwei Tänze bevor Angel ablöste.

 

„Hast du eine schöne Zeit, Liebling?“

 

Sie nickte eifrig.

 

„Ja, habe ich. Und du?“

 

„Ja, auch. Wir kommen nicht oft dazu, so mit unserem Mädchen auszugehen. Es ist eine nette Abwechslung“

 

„Da stimme ich zu“

 

Und so ging der Abend weiter mit einem Spaziergang am Strand und einem kleinen Spiel, was sich allerdings als schwierig erwies, da Buffy ein langen, blaues, einfaches aber doch elegantes Kleid trug. Im Sand und im Wasser herumzutollen war jedoch genau das, was der Arzt verschrieben hatte. Sie lachten so heftig, dass ihnen die Seite schmerzte. Und als sie alle, ohne auf ihre Kleidung zu achten, in den Sand fielen, sich zurücklegten und die Sterne beobachteten, fühlten sie sich wieder frei und leicht.

 

Als es Zeit war nach Hause zu gehen, gingen sie schweigend Hand in Hand. Sie betraten das Appartement und gingen direkt ins Schlafzimmer, um sich umzuziehen. Buffy stoppte und beobachtete sie, halb nachdenklich und halb anbetend. Sie beobachtete wie Angel seine Jacke auszog und sie aufhing. Und sie beobachtete wie Spike seine auszog und sie beiläufig auf einen Stuhl warf. Sie beobachtete, wie Spike und Angel beide ihre Hemden aufknöpften und ging kopfschüttelnd zu Spike. Er sah sie fragend an. Sie bemerkte, dass Angel stoppte und wartete.

 

Sie lächelte ihn an und scheuchte Spikes Hände von seinem Hemd. Sie begann es selbst aufzuknöpfen und küsste jede Stelle der entblößten Haut. Spikes Stöhnen war der einzige Klang im Raum. Bald war Angel hinter ihr und als nächstes ertönte der Klang davon, dass ihr Kleid aufgemacht wurde. Als Spike sie küsste konnte sie die federleichten Küsse spüren, die Angel auf ihrem Rücken verteilte. Sie stieß einen glücklichen Seufzer aus und bog ihren Nacken zur Seite, damit Spike Zugang dazu bekam. Er saugte an ihrer Halsschlagader. Sie wusste, er bereitete die Stelle vor.

 

Währenddessen hatte Angel sie vollkommen ihres Kleides entledigt und sie stand da jetzt in ihrem BH und ihrem Höschen. Eine kühle Brise blies um sie herum und kitzelte sanft ihre Haut. Sie wirbelte zu Angel herum und entdeckte, dass sein Hemd aufgeknöpft, aber noch nicht ausgezogen war. Sie sah mit glühendem Blick zu ihm auf, spreizte ihre Hände auf seiner Brust und zog ihm das Hemd aus. Er blickte sie mit einem hungrigen Starren an und knurrte leise, bevor er sie in einen leidenschaftlichen Kuss verwickelte, der sie atemlos machte.

 

Keine Worte fielen, als sie in seine Arme gehoben wurde, eilig zum Bett getragen und sanft darauf abgelegt wurde. Sie zog Spike auf sich und machte kurzen Prozess darin, seine Hose zu öffnen. Als er aufstand, um sie abzulegen, entdeckte sie Angel, der vollkommen nackt und in all seiner Pracht bereit für sie war. Sich die Lippen leckend lehnte er sich über sie und zog ihr Höschen aufreizend langsam nach unten. Spike, der damit fertig war, seine eigene Hose abzulegen, legte sich neben Buffy, öffnete ihren BH und überhäufte ihre entblößten Brüste mit seiner Aufmerksamkeit.

 

Angel ließ sich zwischen ihren Beinen nieder. Er neckte und kitzelte die Innenseiten ihrer Schenkel, bevor er schließlich das Ziel erreichte, wohin er und Buffy wollten, das er hin kam. Spike sah zu ihr auf, streichelte über eine Seite ihres Gesichtes und beobachtete wie das Vergnügen, das Angel ihr gab, sich auf ihrem Gesicht zeigte. Ihr Blick sprach von Liebe, Vertrauen und Anbetung. Sie zog seinen Kopf nach unten und küsste ihn eifrig, als ihr erster Orgasmus sie erschütterte. Angel leckte sie immer weiter und Buffy stoppte ihn, indem sie leicht an seinem Haar zog.

 

„In mich, jetzt, bitte“ sagte sie ihm atemlos.

 

Sie zog ihn an seinen Schultern und brachte ihn damit für einen Kuss zu sich hoch. Er setzte sich rittlings auf sie. Sie rollte beide herum und setzte sich rittlings auf ihn und brachte sich für sein Eindringen in Position. Sie ließ sich auf ihn hinuntergleiten und beide stießen ein befriedigendes Stöhnen aus. Sie drehte sich zu Spike.

 

„Stell dich aufs Bett“ sagte sie zu ihm und er tat es.

 

Sie nahm ihn in den Mund und brachte ihre Zunge hervor, um sein Glied damit zu necken und fühlte, wie sich Spike Finger in ihr Haar verwickelten. Sie blickte hoch und sah, dass sein Kopf leicht zurückgeworfen war, seine Augen halb geschlossen. Ihr Blick fiel auf Angel, der sie mit einem Gesichtsausdruck voller Ekstase ansah. Er bäumte sich auf und saugte an ihren Brüsten, bevor sie sich zu ihm wandte und ihn küsste, während sie Spike mit ihren kleinen Händen streichelte. Angel legte sich zurück und leitete ihre Bewegungen. Sie konnte fühlen, wie sich ein nächster Orgasmus in ihr bildetet. Sie begann sich heftiger und schneller zu bewegen und höhlte ihre Wangen über Spike aus.

 

„Noch nicht“ brachte Spike hervor, zog sich aus ihrem Mund zurück und fiel neben ihr auf seine Knie.

 

„Oh Gott, ich....ahhh“ stöhnte Buffy und schloss ihre Augen.

 

Sie flogen wieder auf, als sie fühlte, wie Spikes Reißzähne an ihrer Halsschlagader kratzten. Es war Zeit. Sie war ein wenig ängstlich darüber, wie es sich anfühlen würde und hoffte, dass es bald passieren würde.

 

„Sorge dich nicht, meine Liebe“ flüsterte er ihr zu, bevor er seine Zähne in ihrem Nacken versenkte.

 

Farben explodierten hinter ihren Augen, während sie gleichzeitig von einem Orgasmus erschüttert wurde. Sie öffnete ihren Mund, um einen Schrei auszustoßen, aber nur ein Keuchen kam heraus, als ihr Mund ein perfektes ‚O‘ formte. Ihr Orgasmus löste den von Angel aus und er kam ihn ihr, sich immer noch bewegend. Er klammerte sich an die Unterseite ihrer Brüste und kratze mit seinen Reißzähnen darüber, um ihre Zustimmung bittend. Sie schob ihn dagegen und sagte damit ‚ja‘. Er versenkte seine Zähne hinein und sie kam erneut. Sie wurde fast ohnmächtig wegen dem Vergnügen. Sie schloss fest ihre Augen und überstand ihren Genuss heil.

 

Spike zog sich aus ihrer Halsschlagader zurück und sie hörte ihn ‚Mein‘ flüstern. Er leckte an ihr und schloss die Wunde, während er die ganze Zeit „Ich liebe dich“ und „Mein“ flüsterte. Angel nahm seine Zähne aus ihrer Brust und flüsterte „Mein“. Sie wusste nicht, welche Seite oben war, als sie fühlte, wie die Zeichen auf ihrer Haut prickelten und sie wärmten. Die Zeichen schienen es ihr zuzurufen und ließen sie wissen, dass sie beiden gehörte und nur ihnen. Für alle Ewigkeit.

 

Angel rollte sie auf ihren Rücken und sie starrte beide bewundernd an. Sie fühlte sich schwach, aber nicht vollkommen. Sie brauchte jetzt Spike in sich. Angel rollte auf die Seite und Spike glitt in sie und füllte sie wieder. Sie stieß ein kleines Stöhnen aus und griff nach Angel. Sie vergrub ihr Gesicht in seinem Nacken und glitt mit ihrer Zunge darüber. Er nahm ihre Hand und brachte sie zu seinem angeschwollenen Glied. Instinktiv streichelte sie ihn und saugte an seinem Nacken.

 

„Tu es“ befahl er flüsternd. „Bitte“

 

Ohne nachzudenken biss Buffy so fest sie konnte zu und fühlte, wie das Blut in ihren Mund floss. Er kam sofort, genauso wie Buffy. Es war unglaublich. Sie fühlte ihn in ihrem Blut, in ihrem Körper, überall. Sie fühlte alles, was er in diesem Moment fühlte: Vollkommen, geliebt, angebetet, glückselig und zufrieden. Sie sah seine Liebe zu ihr, die sie in einem pinkfarbenem Neben umgab, fühlte seine Hingabe durch die Bewegung ihres Herzens, als es sein Blut durch sie pumpte. Sie zog ihren Mund zurück, kümmerte sich genauso wie er um das Zeichen und flüsterte „Mein“

 

Ihr Kopf fiel zurück. Sie wollte Spike jetzt. Sie wollte ihn fühlen, wie sie Angel gefühlt hatte. Spike beobachtete sie intensiv. Seine Augen waren dunkel voller Verlangen und Lust. Er lehnte sich zu ihr und sie küsste ihn hungrig und verteilte Küsse auf seinem Nacken. Er leckte an ihrem Nacken, wo sein Zeichen war und sie biss sofort zu. Beide kamen sofort, Spike mit einem Brüllen. Da sie scheinbar auch heißhungrig nach seinem Blut war, wie auch auf die Verbindung, saugte sie heftig an ihm, bis sie atmen musste.

 

„Mein“ sagte sie atemlos und leckte an seiner Wunde.

 

Ihr Kopf fiel zurück und ihre Augen schlossen sich fest, als sie nun Spike in sich spürte. Zusammen mit seiner Liebe fühlte sie seine Erleichterung. Sie gehörten jetzt zueinander. Sie lag da und fühlte sich, als würde ihr Körper auf einer Wolke schweben. Jedes Gliedmaß, jede Zelle, jeder Knochen und Muskel war gesättigt. Sie fühlte das Blut von beiden in sich. Ihre Verbindung war stärker, als sie es sich jemals vorstellen konnte. Sie fühlte sich vollkommen auf eine Art, von der sie nie dachte, dass sie sie in Worte fassen konnte. Sie konnte sich nicht bewegen, um etwas zu sagen, konnte nicht mal ihre Augen öffnen. Sie gestattete sich, mit ihren Liebhaber davon zu gleiten und fiel in einen tiefen Schlaf.

 

 

Kapitel 6

 

Buffy schlief bis Mittag. Ihre Augen öffneten sich langsam und ihr entwich ein Gähnen, als sie ihre Gliedmaßen streckte.

 

„Wie hast du geschlafen?“

 

Sie blickte hinüber und sah Angel, der mit den Händen in seinen Taschen in der Tür stand. Er lächelte sie an. Sie lächelte zurück.

 

„Wie ein Murmeltier. Ist das normal?“

 

„Für dich? So ziemlich“

 

„Nein, ich meine nach...nach dem Beanspruchen“

 

Er nickte und kam zum Bett. Er setzte sich mit dem Blick zu ihr auf den Rand.

 

„Ja, das würde ich sagen. Besonders da du es mit uns beiden erlebt hast. Es ist schon eine heftige intensive Paarung nur bei einem“

 

Sie setzte sich auf und lehnte sich hinten gegen das Bett.

 

„Es war heftig......aber auf gute Art“ Sie krabbelte aus dem Bett, als sie einen plötzlichen Energieschub spürte. „Es war unglaublich, Angel. Ich konnte fühlen, wie ihr beide durch meine Adern gepumpt seid....Ich habe immer gewusst, dass Blut wichtig ist für das Überleben von einem Vampir, aber ich habe nie die Macht VERSTANDEN, die es hat, wie ich es jetzt weiß. Wo ist Spike?“

 

„Es ist ein grauer Tag draußen und es regnet. Deshalb ist er ein wenig raus gegangen“

 

Sie runzelte ihre Stirn.

 

„Ich mag nicht, dass er das macht. Es macht mich nervös“

 

„Gut, dass ich ihn überredet habe, eine Decke und einen Schirm mitzunehmen“

 

Sie lächelte schwach.

 

„Ich mag es immer noch nicht. Er geht ein Risiko ein“

 

„Wenn er das nicht machen würde, dann wäre er nicht Spike“

 

„Aber ihr beide werdet böse auf mich, wenn ich etwas riskiere. Was, wenn es wieder sonnig wird? Himmelherrgott, wir sind in New England. Du weißt, was sie über das Wetter in New England sagen. Wenn du das Wetter nicht magst, dann warte eine Minute“ Sie griff nach ein paar Klamotten aus ihrem Schrank. „Ich gehe ihm nach“

 

Sie machte sich auf den Weg zur Dusche und Angel stoppte sie, indem er nach ihrem Arm griff.

 

„Du brauchst ihn nicht zu retten, Buffy“

 

„Was meinst du?“

 

„Ich meine, du bist nicht seine Erlösung“

 

„Du meinst, nur weil ich ihm nachgehe, um ihn nach Hause zu bringen für den Fall, dass es sonnig wird, bedeutet, dass ich mich als seine Erlösung betrachte?“

 

„Ich meine, weil du jedes Mal, wenn er ein wenig traurig ist wegen ein paar Dingen, versuchst, es wieder in Ordnung zu bringen. Und das bedeutet, dass du meinst, du wärst seine Erlösung“

 

„Wie kannst du das zu mir sagen? Du von allen weißt, was es bedeutet, eine Seele zu haben und sich an die Dingen zu erinnern, die du getan hast. Und aus seltsamen Gründen, die ich noch nicht verstehe, willst du nicht mit ihm reden und er will nicht mir dir darüber reden, wie es ist, sich deswegen schuldig und reuig zu fühlen. Ich denke nicht und habe auch nie gedacht, dass ich das Mittel zu seiner Erlösung wäre oder das Mittel zu deiner Erlösung. Ich DENKE aber, dass das ich die EINZIGE bin, mit dir ihr beiden sprechen wollt, wenn ihr verletzt seid, oder wütend oder wenn ihr jemanden braucht, der euch zuhört. Ich habe euch beide in meinem Leben aufgenommen, als ihr zu mir gekommen seid und dann habe ich mich in euch beide verliebt. Ein Teil davon, euch beide zu lieben, ist, ein Teil dessen zu sein, was ihr durchmacht. Ich werde es nicht ignorieren, wie du es machst, wenn Spike leidet. Genauwenig wie ich es ignorieren würde, wenn du leiden würdest. Es ist nicht mein Fehler, dass Spike es eher ausspricht, während du es in dir behältst, bis du explodierst. Ich gehe ihm jetzt hinterher, weil ich nicht will, dass er zu Staub wird, falls die Sonne rauskommt, NICHT, weil er eine schwere Zeit wegen seinen Erinnerungen hat. Genauso wie ich DIR nachgehen würde, wenn DU jetzt da draußen wärst“

 

Angel starrte sie lange an und langsam zeigte sich Schuld in seinen Gesichtszügen. Es setzte sich auf das Bett und starrte auf seine Hände.

 

„Es tut mir Leid. Ich weiß nicht, was ich gedacht habe“

 

„Das weiß ich auch nicht“

 

Und sie entfernte sich von ihm.

 

Heftig in Gedanken wusch sich Buffy und fragte sich, ob sie jetzt nach den vielen Schritten vorwärts, die sie gegangen waren, jetzt Schritte rückwärts machten? Zuerst Spike, der sie als einziger beanspruchen wollte und jetzt Angel, der aufgebracht war, weil sie Spike nachgehen wollte. Sie sollte eigentlich wissen, dass sie hin und wieder eifersüchtig sein würden, da sie teilen mussten. Sie konnte nicht erwarten, dass sie immer so zufrieden sein würden, wie in der letzten Zeit. Sie hatte gehofft, da beide Wiedergutmachung geleistet hatten, dass sie sich selbst gestatteten, ihre Beziehung mehr zu erforschen. Nicht dass sie erwartet hatte, dass beide Liebesleute werden würden, aber sie erwartete wenigstens von ihnen, dass sie mehr miteinander reden würden als zuvor. Sie hoffte nicht, dass noch ein Tragödie gebraucht wurde, bevor sie zusammen kommen würden.

 

 

*****

 

 

Die Zeit verging und die Dinge schienen sich beruhigt zu haben. Es gab keine Angriffe mehr in ihrem glücklichen Ort, Angel erwähnte nie wieder, wie er sich wegen Spike und Buffy fühlte und Spike schien erleichtert. Das Beanspruchen hatte ein Wunder bei ihm bewirkt.

 

Mit der Hilfe von Angel hatte Buffy mehr an ihrer Magie gearbeitet und hatte Möglichkeiten zum Kämpfen entwickelt, indem sie ihre Kräfte benutzte, die seit dem Beanspruchen scheinbar größer geworden waren. Sie fand die Arbeit mit der Magie einfacher und während es Spike verunsicherte, war er doch gewillt, alles zu tun, um sie vor wasauchimmer plante zu kommen zu retten.

 

Und so saß Buffy eines Nachts im Schneidersitz im Gras und ließ ihre Augen zufallen. Sie konzentrierte sich auf ihre Atmung, darauf, imaginäre Wurzeln in den Boden zu senden. Sie atmete ein und entzog die Energie aus dem Himmel. Dabei konzentrierte sie sich besonders auf die Sonne und fühlte, wie die Hitze sogar in der dunklen Nacht auf sie nieder schien. Ausatmend streckte sie ihre Handfläche aus und bedeckte sie. Sie atmete ein und zog die Energie aus der Erde. Sie rollte durch ihren Körper, von ihren Füßen hoch in ihre ausgestreckte Hand. Durch ihre verschlossenen Augenlider konnte sie es sehen. Sie öffnete ihre Augen, die Konzentration nicht unterbrechend und hielt eine Sonnenball auf ihrer Handfläche. Sie lächelte und stand langsam auf, mit offener Handfläche und leicht bedeckt. Sie begann durch den Friedhof zu gehen und lächelte, als sie sah, dass drei Vampire auf sie zu kamen.

 

Sie hob den Ball nahe an ihren Mund und sagte bestimmt „Drei“ Der Ball teilte sich sofort in drei Teile und sie blies sanft darauf, während sie sagte: „Zerstört meine Feinde“

 

Die Vampire liefen bereits vor Angst aufheulend in die andere Richtung. Sie lächelte siegessicher, als die drei Sonnenbälle durch die Luft flogen und sich auf die besagten Vampire konzentrierten. Sobald die ‚Sonnen‘ die Vampire erreichten, wurden sie sofort zu Asche und blieben als drei Häufchen zurück. Die ‚Sonnen‘ explodierten und schickte Lichtteilchen in die Luft. Buffy lächelte über die Schönheit davon und sobald sie sich verteilt hatten, wirbelte sie herum.

 

„Ihr könnt jetzt rauskommen“

 

Spike und Angel kamen aus einer Krypta in der Nähe, von deren Tür sie alles beobachtet hatten.

 

„Habt ihr das gesehen?“ fragte sie aufgeregt.

 

„Wie konnten wir das verpassen? Du hast mich fast angesengt“ beschwerte sich Spike.

 

Buffy rollte mit den Augen.

 

„Ich habe dir gesagt, dass du von der unechten Sonne WEG bleiben sollst. Ist nicht mein Fehler, wenn du nicht hörst“

 

„Und wirklich, was ist noch neu?“ witzelte Angel, was ihm einen Schlag auf den Arm von Spike einbrachte.

 

Angel kam nach vorne und lächelte stolz. Er drückte einen Kuss auf ihre Stirn.

 

„Gute Arbeit, Buffy“

 

„Gute Arbeit? Das war verdammt großartig!“ rief sie aus.

 

„Das war tatsächlich großartig, Miss Summers“

 

Buffy wirbelte herum, für den Angriff bereit, und holte einen Pflock aus ihrer hinteren Tasche.

 

Spike und Angel bewegten sich schnell und stellten sich beide jeweils an eine Seite von ihr.

 

Ein Mann in einem Anzug trat aus dem Schatten. Er hatte eine mittlere Größe, war ein bisschen untersetzt und hatte wachsame Augen. Auf ersten Blick schätzte Buffy, dass er kein Vampir war und dass er mindestes fünfzig oder sechzig Jahre alt sein musste. Neben ihm war ein größerer Mann, hager aber doch muskulös, mit kurzen mahagonifarbenen Haaren und ernsthaften, aber doch einladenden blauen Augen. Er trug auch einen Anzug und er hielt seine Hände vor sich verschränkt. Er sah aus wie ungefähr fünfundzwanzig.

 

„Wer sind Sie?“ fragte Buffy und deutete auf die beiden.

 

„Quentin Travers“

 

Spike und Angel knurrten daraufhin und Quentin schien sich plötzlich der beiden Männer an ihrer Seite bewusst zu werden. Sein Gesichtsausdruck verdunkelte sich sofort von dem des Vergnügens zu Wut.

 

„William, der Blutige und Angelus. Was macht ihr beiden abstoßenden Biester hier?“ brüllte er.

 

Buffy nahm sofort Abwehrhaltung ein und stellte sich vor sie. Er mochte vielleicht kein Vampir sein, aber er könnte ein Dämon sein und Buffy wollte nichts riskieren.

 

„Wer sind Sie noch mal?“

 

„Ich bin der Leiter des Rates“ sagte er wütend zu ihr und holte ebenso wie sein Gefährte einen Pflock hervor.

 

„Tun Sie die Pflöcke weg. Wenn Sie ihnen etwas antun, tue ich Ihnen etwas an“

 

Quentin starrte sie böse an und begann, seinen Pflock zurück in seine Tasche zu stecken.

 

„Machen Sie Witze? Geben Sie sie mir“

 

Buffy stellte sich vor ihn und streckte ihre Hand aus. Sie meinte es ernst und die Männer schienen das zu wissen. Gereizt legte Quentin den Pflock auf ihre Hand und der Mann neben ihm genauso. Er holte noch zwei weiter aus seiner Jacke. Buffy drehte ihren Kopf zur Seite.

 

„Noch mehr?“

 

Verärgert schoss Quentin Blicke wie Pfeile auf sie, brachte noch zwei weitere Pflöcke zum Vorschein und knallte sie auf ihre Handfläche.

 

„Was wollen Sie?“ fragte Buffy und verschränkte ihre Arme vor ihrer Brust.

 

„Sie, Miss Summers“

 

Da sie diese Antwort nicht erwartet hatte, trat sie aus seiner Reichweite zurück.

 

„Entschuldigung?“

 

„Ihre Kräfte sind einmalig. Sie haben Stärke, Lebendigkeit, verstärkte Wahrnehmung und, besonders beeindruckend, Magie. Sie, Miss Summer, sind genau das, was der Rat braucht“

 

„Sie ist aber verdammt noch mal nicht interessiert!“ bellte Spike.

 

„Kriechen Sie zurück unter den Stein, von dem Sie hergekommen sind, Quentin“ knurrte Angel.

 

„Haltet den Mund, Höllenteufel“ schrie Quentin.

 

„Stopp!“ brüllte Buffy irritiert.

 

Seit dem ganzen Debakel mit Faith und Wesley hatte Buffy das ganze Konzept des Rates noch mehr gehasst als zuvor. Sie hatte immer gedacht, dass es unfair wäre, dass eine Jägerin ihr Leben riskieren musste, um die Welt zu retten, während der Rat sicher in einer Art Elfenbeinturm blieb. Die Tatsache, dass der beleibte Mann vor ihr solche Abgesandte wie Faith zu ihr geschickt hatte und sich nicht die Mühe gemacht hatte, sich ihr selbst gegenüberzustellen, ließ sie ihn noch weniger respektieren. Und dieser Mann vor ihr schien von IHR Respekt zu verlangen. Es war fast schon lachhaft.

 

„Miss Summer, wir haben scheinbar einen schlechten Start gehabt. Lassen Sie uns noch einmal beginnen“ machte Quentin einen Rückzieher.

 

„Kein Bedarf. Ich bin nicht daran interessiert, was auch immer Sie anbieten“

 

„Sie haben ja noch nicht gehört, was ich anbiete“ spuckte er fast.

 

„Schön. Was bieten Sie mir an?“

 

„Die Chance, zukünftigen Jägerinnen zu helfen. Wie ich vorhin sagte, sind ihre Kräfte nicht wie die von allen Jägerinnen, die wir je hatten. Sie haben eine Gabe, Miss Summers und wir könnten das vervielfältigen, um unseren Jägerinnen zu helfen, die Welt zu retten“

 

„Vervielfältigen? Ist das nicht das gleiche wie klonen?“

 

„Nicht direkt“

 

„Erklären Sie mir, wie ‚nicht direkt‘“

 

„Es gibt Durchbrüche in der Fähigkeit, Kräfte zu vervielfältigen, wie die Ihren, Energien zu transferieren, ohne Ihnen Schaden zuzufügen. Nur mit einem kleinen Piekser Ihres Blutes-“

 

Buffy hielt ihre Hand hoch.

 

„Sofort aufhören. Mein Blut benutzen? Ich bin kein Versuchskaninchen, Mr. Travers“

 

Er schien richtig verwirrt.

 

„Was ist ein kleiner Piekser im Vergleich dazu, zukünftige Kriegerinnen, wie Sie eine sind, zu retten?“

 

„Ich bin keine Kriegerin. Ich bin ein Mädchen, die zufällig mit diesen Kräften geboren worden ist. Ich bin nicht die Auserwählte. Ich habe es mir AUSGESUCHT zu helfen, indem ich tue was ich kann, aber ich bin keine Jägerin. Ich habe kein Verlangen, eine zu sein und ich habe kein Verlangen, ein Teil des Rates zu sein“

 

„Stattdessen wünschen Sie sich, sich mit abstoßenden Monstern wie diesen zu umgeben?“

 

Quentin wies auf Spike und Angel, die ihn anknurrten.

 

„Sie sind KEINE abstoßenden Monster!“ schrie Buffy.

 

„Wissen Sie, was für Dinge sie gemacht haben?“ zischte Quentin. „Sie haben Kinder getötet, haben komplette Familien ermordet. Wissen Sie, dass Spike Schienennägel benutzt hat, um seine Opfer zu foltern?“

 

„Ja“ zischte Buffy zurück.

 

„Wissen Sie, dass er das auch mit Kindern gemacht hat? Dass er arme, schutzlose Kinder gefoltert hat?“

 

Buffy zuckte daraufhin zusammen, da sie sich das nicht vorstellen wollte.

 

„Er hatte damals keine Seele. Keiner von beiden hatte eine“

 

„Angelus hat seine komplette Familie ausgelöscht, EINSCHLIESSLICH seiner kleinen Schwester“ fuhr Quentin fort.

 

„Sie hatten keine Seele“ schrie Buffy den Mann vor Wut zitternd an.

 

„Und was? Sagen Sie mir jetzt, dass sie das jetzt haben?“ Quentin lachte wie verrückt. „Sie haben immer noch den Dämon in sich. Alle Menschlichkeit ist ausgelöscht, sobald der Dämon da ist“

 

„Ich denke, Sie sind derjenige ohne Seele“ sagte Buffy durch zusammengebissene Zähne. Ihre Fäuste waren an ihrer Seite geballt. „Sie sind der Dämon. Die beiden haben mich länger am Leben gehalten, als jede Jägerin, die der Rat JEMALS hatte. Schreiben Sie sich das in ihre staubigen Bücher und schieben Sie sich das sonst wo hin, Mr. Travers. Verschwinden Sie aus meiner Stadt und lassen Sie uns in Ruhe, oder Sie sehen mehr als sie wollen von dem was ich kann“

 

Sie finster anstarrend drehte sich Quentin auf dem Absatz um und marschierte davon. Sein Kumpan folgte knapp dahinter. Er drehte sich aber einmal um, um einen Blick auf die empörte Blondine zu erhaschen.

 

Spike und Angel waren innerhalb eines Herzschlages neben ihr. Angel fuhr mit einer Hand über ihren Arm, um sie zu beruhigen, während Spike sie in seine Arme nahm und ihr einen Kuss auf den Kopf drückte. Sie konnte in den Augen von beiden die Andeutung von Schmerz sehen, da Quentins Worte sie wieder an ihre Vergangenheit erinnert hatte. Wenn sie wüsste wie, würde sie einen Weg finden, um Quentin dafür bezahlen zu lassen.

 

 

*****

 

 

„Mr. Travers, was ist jetzt ihr Plan?“ fragte Lindsey McDonald, Quentins rechte Hand und selbst ein außergewöhnlicher Magier, als sie den Friedhof verlassen hatten und weit von dem mächtigen Trio entfernt waren.

 

Quentin blieb abrupt stehen und drehte sich zu seinem Lieblingsschüler. Ein Lächeln zog langsam über sein Gesicht. Seine Zähne waren fast außerordentlich weiß.

 

„Miss Summers wird meinem Vorschlag zustimmen“

 

„Wie?“

 

Quentin schlug Lindsey auf den Rücken, um den jüngeren Mann zu beruhigen.

 

„Durch Gewalt natürlich“

 

 

Kapitel 7

 

„Also denkst du, dass dieser Typ vom Rat der Grund war, warum dir diese Dinge während deiner Meditation passiert sind?“ fragte Willow, als sie und Buffy ein paar Tage später durch die belebten Straßen von Newport schlenderten.

 

Es war immer sehr belebt in Newport. Die Anziehung des Meeres und die prächtigen Villen machten die Stadt zum Ferienziel der meisten Neu Engländer. Sie trug nicht umsonst den Namen Ozeanstadt. Es war wunderschön dort, egal zu welcher Tageszeit. Und zu dieser Zeit, als der Sommer langsam endete und die Tage begannen, ein wenig abzukühlen, war es am belebtesten. Die Menschen wollten während der letzten paar Tage mit schönem Wetter herkommen und Zeit am Meer und in den Läden verbringen, bevor der Winter kam.

 

Buffy bemerkte die Touristen kaum noch und genoss es doch. Sie war glücklich, an einem Ort zu leben, den so viele Leute schön fanden und den sie so genossen, wie sie es tat. Heute hatte sie Willow besucht und sie zu einem Spaziergang in der Menge überredet. Seit sie Spike in einem Anzug gesehen hatte, hatte es außerdem ihr Verlangen angeregt, noch andere schöne Klamotten für ihn zu kaufen.

 

Buffy runzelte schon fast entschuldigend die Stirn.

 

„Nicht direkt. Ich denke, er war einfach nur eine Nebenattraktion auf dem Weg zum großen Ereignis“

 

„Denkst du denn, dass er ein Teil des Hauptereignisses ist?“

 

Buffy legte ihren Kopf auf die Seite und rümpfte nachdenklich ihre Nase.

 

„Ich denke nicht. Ich meine, ich habe dem Typ regelrecht gesagt, dass er aus meiner Stadt verschwinden soll. Dass ich nicht interessiert wäre an dem, was er mir zu sagen hätte und was er von mir wollte. Warum sollte er etwas damit zu tun haben.....was auch immer mit mir passieren soll“

 

„Hast du versucht zu meditieren, seitdem er gekommen ist?“

 

„Nein. Hast du ein komisches Gefühl oder so was, Wills?“

 

„Ein wenig“

 

„Oh?“

 

„Nun, es könnte auch nur vom letzten Mal sein, als Faith und Wesley hier waren....und was zur Hölle haben sie überhaupt gesagt? Ich dachte, dass Wesley denen nix über euch sagen sollte“

 

„Nun, das ist es, was Angel jetzt versucht herauszufinden. Er ist mehr als sauer“

 

„Nun ja, ich meine, Wesley hat versprochen nichts zu sagen“

 

„Ich denke nicht, dass er das getan hat“

 

„Aber Faith?“

 

Buffy rollte mit den Augen.

 

„Sie ist eine ganz andere Geschichte. Ich vertraue ihr nur so weit, wie ich sie werfen kann. Sie hat gesagt, dass sie es nicht tun würde, aber sie ist so rachsüchtig. Das würde ich ihr glatt zutrauen. Vor Angel und Spike tut sie so schön, aber mir fällt sie bei jeder Gelegenheit in den Rücken“

 

„Also lass uns mal sagen, dass Faith etwas über dich gesagt hat. Dieser Quentin-Typ kommt mit so einem Lakai über den Teich und spürt dich auf. Er flippt aus, weil du mit Angel und Spike zusammen bist - obwohl er nicht einmal weiß, WIE du mit ihnen zusammen bist. Er flippt aus, weil Spike zwei seiner Jägerinnen getötet hat. Und du hast ihn dann packen geschickt“

 

„Richtig. Siehst du da in dem ganzen irgendeinen Fehler?“

 

„Es ist ein langer Reiseweg, nur um aufzugeben, weil DU es gesagt hast“

 

Buffy zuckte mit den Achseln.

 

„Ich habe auch Spike und Angel-“

 

„Die er hasst und an denen er Vergeltung üben will, weil sie zwei Jägerinnen getötet haben“

 

„So habe ich noch gar nicht darüber nachgedacht“

 

Buffy runzelte die Stirn.

 

„Dafür bin ich da. Um auf alle Blickwinkel zu schauen“

 

„Also könnten sie jetzt in Gefahr sein. Ich werde Faith so was von töten, wenn ich sie jemals wieder sehe....“

 

„Aber sie könnte vielleicht nichts gesagt haben. Wer kann sagen, dass Travers glaubt, was sie zu sagen hatte? Er wollte es vielleicht selbst sehen“

 

„Das ist wahr, aber das scheint komisch. Ich meine, warum ist er das erste Mal nicht selbst gekommen?“

 

Willow zuckte mit den Achseln.

 

„Weil er eigenartig ist?“

 

„Spike und Angel hassen den Rat. Spike nennt ihn den Rat der Wichser“

 

„Klingt genau richtig. Ich meine, sieh dir ihre aktuelle Jägerin an“

 

„Nun um fair zu sein, sie WÄHLEN sie nicht aus. Das ist schon ewig so etwas vom Schicksal bestimmtes, bevor sie überhaupt daran gedacht haben. Quentin Travers GAB es noch nicht mal, als Spike diese Jägerinnen tö- äh loswurde. Quentin hält sie alle nur für SEINE“

 

„Ein wenig besitzergreifend“

 

„Ein kleines bisschen. Oh, lass uns da rein gehen. Dieses blaue Hemd würde Spike gut stehen“

 

„Buffy!“ rief Willow plötzlich aus.

 

Buffy blieb stehen und wirbelte herum, bereit, sich auf was auch immer zu stürzen, das Willow so zum Schreien gebracht hatte.

 

„Was?“ fragte sie und ihre Blicke wanderten durch die Gegend.

 

Willow schob Buffys Kragen zur Seite.

 

„Als du deinen Kopf gedreht hast, habe ich das gesehen....“

 

Sie berührte kurz das Zeichen auf ihrem Nacken. Buffy wurde klar, was Willow gesehen hatte.

 

„Oh. Das“

 

„Ja, das. Was.....Hast du....geht es dir gut?“

 

„Mir geht es gut. Vollkommen gut. Vertrau mir. Du würdest dich wundern, wie gut es mir geht“

 

„Aber Buffy, du bist gebissen worden!“ rief Willow aus und zog damit die Blicke von den Passanten um sie herum auf sich.

 

„Ein bisschen lauter bitte, ich denke nicht, dass der Kerl im Laden dich gehört hat“

 

„Ja, ich habe es gehört!“ schrie der besagte Kerl zurück.

 

Buffy konnte nicht anders, als in Gelächter auszubrechen.

 

„Okay, jetzt muss ich in einen anderen Laden gehen.....Ich werde es erklären. Später“

 

 

*****

 

 

„Es hat überhaupt nicht wehgetan?“ fragte Willow mit weitaufgerissenen Augen.

 

„Es hat zuerst gepiekst, aber dann war es....himmlisch“ sagte Buffy verträumt zu ihrer Freundin, als sie eisgekühlten Chai-Tee tranken, während sie an Willows Küchentisch saßen.

 

„Wow. Also ist es viel fester als eine Hochzeit?“

 

Buffy nickte.

 

„Sehr viel“

 

„Fühlst du sie die ganze Zeit ? Fühlst du alles, was sie fühlen?“

 

„Ich fühle sie. Wenn es dringend ist, fühle ich es am stärksten. Zu Zeiten wie jetzt? Ich fühle sie, aber sie ‚rufen‘ nicht nach mir. Wenn sie traurig oder sauer oder so was sind, ist es mehr wie eine intuitive Sache. Ich WEISS einfach, was sie fühlen. Ich kann nicht sagen, was sie fühlen, wenn wir wie jetzt getrennt sind, denn sie sagen, dass es noch etwas Zeit braucht.. Was gut ist, denn es könnte mich überwältigen, wenn ich beide auf die Weise spüren könnte“

 

„Denkst du, dass es besser gewesen wäre, wenn es nur einer gemacht hätte?“

 

„Nein, überhaupt nicht. Das wäre schlecht gewesen“

 

„Eifersucht?“

 

Buffy seufzte und stellte ihr Getränk ab.

 

„Ja. Unglücklicherweise scheint es, dass der Eifersuchtsfaktor, von dem wir dachten, dass wir ihn überwunden haben, erneut sein hässliches Gesicht zeigt“

 

„Was meinst du?“

 

„Spike wollte der einzige sein, der mich beansprucht. Er hat ein paar Probleme mit seinem Gewissen, seit Faith vorbeigekommen ist und unser Leben für eine Weile auf den Kopf gestellt hat. Angel denkt, dass ich Spike immer hinterher renne, wenn es ein Problem gibt. Spike ist anders als Angel. Angel bezieht mich mit ein, aber nur ganz wenig. Er ist so daran gewöhnt, seine Gefühle nicht zu teilen, dass er es einfach nicht macht. Ich habe daran nichts auszusetzen, es ist einfach seine Art. Es frustriert mich nur richtig. Besonders wenn Spike etwas durchmacht, von dem Angel alles weiß und sie sich gegenseitig helfen könnten“

 

„Aber sie machen das nicht“

 

„Richtig, sie machen das nicht. Sie haben Sex mit mir, sie ziehen sich gegenseitig auf, sprechen über Kampfstrategien und schlafen im gleichen Bett wie ich. Aber sie sprechen nicht miteinander darüber, was sie fühlen“

 

„Das ist eine Männersache“

 

„Nein, ich denke nicht, dass das alles ist. Ich bin aber nicht sicher, was es genau ist“

 

„Vielleicht ist es eine allgemeine Furcht davor, es zu teilen“

 

„Warum?“

 

„Weil beide es gewohnt sind, es für sich zu behalten. Weil sie Angst davor haben, dich zu verlieren und nicht wegen dem, was sie getan haben“

 

„Ich weiß, dass es das ist, wovor Spike Angst hat. Dass er mich verlieren könnte“

 

„Hast du jemals daran gedacht, dass es auch das sein könnte, wovor Angel Angst hat?“

 

„Ich denke nicht. Weißt du, ich habe sie auch beansprucht. So sehr sie auch Angst haben, mich zu verlieren, habe ich auch Angst, sie zu verlieren. Angst, dass sie es eines Tages Leid sind, mich zu teilen und dann jemanden haben wollen, den sie nur für sich haben können“

 

„Ich denke wirklich nicht, dass sie das machen würden, oder? Sie sind dir so zugetan, Buffy“

 

„Ich weiß, dass sie das sind. Es ist nur meine Schwarzseherei. Ich fühle einfach, wenn sie sich über ihre Dämonen aussprechen könnten - und ich meine nicht die, die ein Teil von ihnen sind - wenn sie miteinander reden könnten und ihnen klar wird, dass sie nicht allein damit sind, was sie wegen ihrer Vergangenheit fühlen, vielleicht könnten sie dann heilen und es könnte ihnen klar werden, dass nicht ich es war, die sie wieder zusammengeführt hat. Dass sie es selbst machen können“

 

„Hast du versucht, ihnen das zu sagen?“

 

„Nicht mit diesen Worten“

 

„Vielleicht solltest du das“

 

„Das werde ich. Ich habe nur im Moment Angst. Die Dinge waren ruhig seit dem Beanspruchen. Fast schon wieder zurück in die Normalität, nur dass sie darauf warten, das etwas passiert. Jedenfalls was mich angeht “

 

„Nun, ihr hattet überzeugende Hinweise, dass da etwas oder jemand hinter dir her ist“

 

„Ja, die Ruhe vor dem Sturm. Ich wünschte nur, ich hätte einen Anhaltspunkt darüber, was es ist“

 

 

*****

 

 

Buffy verließ Willow bevor es dunkel wurde, da sie wusste, dass Spike und Angel sich Sorgen machen würden, wenn sie das nicht tat. Es war schon Routine, dass sie einfach nicht nach Einbruch der Dunkelheit alleine draußen war, ohne dass einer der beiden sie begleitete. Sie kam sie ziemlich wie ein Kind vor, aber sie verstand es auch. Deshalb gab sie dem bereitwillig nach.

 

Sie dachte angestrengt nach, als sie sich auf den Weg nach Hause machte. Die Sonne begann gerade unterzugehen und die Menge auf den Straßen und den Bürgersteigen von Newport war weniger geworden, nachdem eine kältere Brise hereingekommen war. In Newport war es Zeit fürs Abendessen.

 

Während sie ganz in Gedanken durch die vertrauten Straßen glitt, bemerkte sie den Kleintransporter nicht, der sie verfolgte. Und sie sah nicht, dass er an einer verlassenen Gasse parkte, die nicht weit von ihr entfernt war.

 

„Buffy Summers?“

 

Sie wirbelte herum und sah einen dunkelhaarigen Mann mit schwarzen Hosen und einem schwarzen Sweatshirt, der auf sie zu joggte.

 

„Ja?“

 

„Kennst du mich noch? Owen aus der Englischliteraturklasse. Ich habe das ganze Jahr neben dir gesessen. Ich denke, wir waren auch im selben Klassenraum morgens“

 

Buffy runzelte die Stirn.

 

„Welche Klasse?“

 

„Junior“

 

„Macht nichts, ich erinnere mich kaum an gestern--“

 

Sie sah nie den Mann, der sich hinter ihr mit einem Chloroformlappen anschlich, um ihn auf ihren Mund zu drücken. Sie fühlte, wie jemand sie packte und kurz bevor sie etwas dagegen machen konnte, wurde es schwarz um sie.

 

„Was soll das? Smalltalk? Wir haben einen Job zu erledigen und er muss schnell erledigt sein“ sagte Lindsey zu dem großen Depp vor ihm, als er Buffy auf seine Arme hob.

 

Owen zuckte mit den Achseln.

 

„Wollte nur ein wenig Spaß haben“

 

„Mit ihr zu spielen ist NICHT das, was dein Job war. Du solltest sie einfach ERWISCHEN. Je mehr Zeit du verschwendest, um so mehr riskierst du es, dass jemand dich sieht“

 

„Nun, du hast sie doch, oder?“ Er grinste anzüglich zu ihr in Lindseys Armen. „Sie ist süß, nicht wahr?“

 

Lindsey starrte ihn böse an.

 

„Du kommst ihr nicht zu nahe. Wenn du sie berührst, dann werde ich dich kastrieren. Hast du mich verstanden?“

 

Owen hob ergebend seine Hände und ging davon, während er etwas vor sich hermurmelte. Lindsey blickte auf die kleine Frau in seinen Armen und fragte sich, wie ein solch kleines Ding wie sie nicht einfach unter der ganzen Kraft und der Macht, die sie hatte, zusammenbrach. Owen hatte sich jedoch geirrt. Sie war nicht süß. Sie war wunderschön. Lindsey drückte sie an sich und behandelte sie wie Porzellan, als er sich auf den Weg zum Kleintransporter machte. Das Handy in ihrer Tasche fiel zu Boden, doch Lindsey merkte es nicht.

 

 

*****

 

 

Spike sah vom Laptop hoch und schielte zur Uhr. Wie lange hatte er schon gearbeitet? Er rieb sich über seine trockenen Augen und blinzelte zur Uhr.

 

„Acht“ las er.

 

Er stand auf und schob den Vorhang zur Seite. Es war jetzt dunkel draußen. Stirnrunzelnd griff er nach dem Telefon.

 

„Hallo?“

 

„Willow, hier ist Spike. Ist Buffy bei dir?“

 

„Nein, ist sie nicht. Sie ist vor anderthalb Stunden gegangen. Ist sie noch nicht zuhause?“

 

„Nein, ist sie nicht. Ich werde sie auf ihrem Handy anrufen“

 

„Okay, lass es mich wissen, wenn du sie erreichst“

 

„In Ordnung, danke“

 

Angel kam ins Zimmer.

 

„Hast du gerade Willow angerufen?“

 

Spike nickte, während er die Handynummer wählte.

 

„Sie ist vor anderthalb Stunden von ihr losgegangen. Ich rufe sie jetzt auf ihrem Handy an“

 

„Es ist gar nicht ihre Art, nach Einbruch der Dunkelheit draußen zu sein“ Angel runzelte die Stirn. „Keine Antwort?“

 

„Nein“ Spike legte den Hörer auf. „Ich fühle mich nicht, als wäre sie in Gefahr. Und du?“

 

„Nein. Vielleicht ist ihr Akku leer. Hat Willow gesagt, ob sie noch irgendwo hinwollte, bevor sie nach Hause kommt?“

 

„Nein, lass mich sie zurückrufen“

 

„Ich nehme mein Handy, um es weiter bei ihr zu versuchen“ sagte Angel zu ihm und verließ den Raum.

 

Sobald Willow abnahm redete Spike los:

 

„Hat sie gesagt, dass sie irgendwo hinwollte, als sie gegangen ist?“

 

„Nach Hause. Sie hat gesagt, dass ihr beiden euch Sorgen macht, wenn sie draußen ist und es dunkel wird“

 

„Also hat sie nicht gesagt, dass sie noch irgendwo unterwegs anhalten wollte?“

 

„Nein. Sie hat nach ein paar Klamotten für dich gesucht. Vielleicht hat sie das auf dem Weg nach Hause gemacht“

 

„Klamotten für mich?“

 

„Ja“

 

Spike lächelte warm.

 

„Das ist mein Mädchen“

 

Willow kicherte.

 

„Aber das ist schon eine Weile her. Hast du ihr Handy versucht?“

 

„Keine Antwort“

 

„Spike?“

 

„Ja?“

 

„Ich mache mir langsam Sorgen“

 

Spike schluckte.

 

„Ich werde nach ihr suchen. Ich bin mir sicher, dass es ihr gut geht. Das muss es. Vielleicht ist ihr Handy ausgefallen“

 

„Kannst du mich anrufen, wenn du sie erwischst, damit sie anschreien kann?“

 

„Erst nachdem Angel und ich das getan haben“

 

„Ok“

 

Spike legte auf und fühlte, wie er von etwas überwältigt wurde: Furcht. Er sorgte sich umsonst. Es war nur nach allem....es ging ihr gut. Es ging ihr gut. Angel kam zurück in den Raum.

 

„Ich denke, wir werden nach ihr suchen müssen“

 

„Ich werde ihren hübschen, kleinen Hals umdrehen, wenn wir sie finden“ brummelte Spike.

 

„Genauso wie ich. Nimm dein Handy, wir trennen uns. Du gehst zu den Läden und werde zum Strand gehen. Dann treffen wir uns in einer Stunde auf dem Friedhof“

 

„In Ordnung“

 

Ein Stunde später trafen sich ein verzweifelter Spike und ein aufgelöster Angel auf dem Friedhof. Ein Blick auf den anderen und sie wussten, dass dies nicht gut war.

 

„Nimm du den vorderen Bereich, ich gehe nach hinten“ wies Angel ihn an und sie trennten sich.

 

Spike fühlte sich, als wenn sein totes Herz jeden Moment anspringen würde. Wo zur Hölle war sie? Er fühlte einen Schmerz dort, in seiner Brust, von dem er sich nicht erinnern konnte, ihn jemals gespürt zu haben. Er hatte Angst, mehr Angst als er bereit war zuzugeben. Seinem Mädchen war etwas passiert und er würde wen auf immer auseinander nehmen, wenn sie ihr wehtun würden.

 

Angel für seinen Teil konnte nicht anders, als an ihre Meditationen zu denken und was sie jetzt bedeuteten. Sie war alleine gewesen, wie ihre Intuition es ihr gesagt hatte. War sie entführt worden? War sie verletzt worden? Er hatte bei ihr versagt. Er hatte sie nicht beschützt, wie er es versprochen hatte. Er starrte in den Himmel hoch und tat etwas, was er schon eine lange Zeit nicht getan hatte. Er betete.

 

Angel und Spike nahmen Newport in dieser Nacht auseinander und kamen erst nach Hause, als sie absolut mussten. Was bedeutete, dass sie die Sonne riechen konnten, als sie sich bereit machte aufzugehen. Tränen liefen an Spikes Wangen hinunter, als sie zum Appartement zurückgingen. Ihr Appartement. IHR Zuhause. Ohne ihre Buffy. Die Cops waren keine Hilfe gewesen, als sie in den frühen Morgenstunden bei ihnen gewesen waren. Sie musste 24 Stunden vermisst sein, bevor sie einen Suchtrupp losschicken und eine Vermisstenanzeige aufnehmen konnten. Spike hätte dem Wichser fast den Kopf abgerissen, wenn Angel ihn nicht gestoppt hätte. Ihr Geruch schwebte durch die geschäftige Stadt, aber nur Spuren davon, niemals stark genug um zu beweisen, dass sie vor kurzem irgendwo gewesen war.

 

Angel blieb plötzlich stehen und Spike lief auf ihn drauf.

 

„Bloody Hell!“ schrie Spike wütend.

 

Angel beugte sich vor und hob etwas glänzendes auf.

 

„Was hast du da?“ fragte Spike.

 

Angel drehte sich um.

 

„Ihr Handy“

 

Beide Vampire schnüffelten in der Luft und hofften, dass sie vielleicht irgendwo in der Gegend war. Sie beendeten ihre gründliche Suche, indem sie bei den Blocks in der Nähe ihrer Wohnung auf und ab liefen. Bevor die Sonne begann aufzugehen und ihre Haut ansengte, gingen sie nach Hause.

 

Angel zog sich in sein Büro zurück und knallte die Tür zu. Er ließ Spike in der Tür zum Schlafzimmer stehen, wo dieser auf das Bett starrte, in dem sie geschlafen hatten, auf die Klamotten, die in einem Haufen an der Tür lagen und durch die der Geruch von Buffys Parfüm wehte, das Buch auf dem Nachttisch, das Spike zur Zeit las, Angels Computer Disks auf der Kommode, ihre Klamotten im offenen Schrank, die Plastikblumen, die Buffy für den Raum gekauft hatte. Alles das war sie, das waren sie, alles zusammen gemischt. Nur dass es jetzt nur er und Angel waren.

 

Spike stieß einen gequälten Schrei aus und fiel auf seine Knie.

 

„Wo ist mein Mädchen?“

 

Angel hörte den Schrei, den Spike ausgestoßen hatte und schloss seine Augen. Er hob den Telefonhören und wählte die Nummer von Giles.

 

„Giles, hier ist Angel“

 

„Angel, mein Freund, wie geht es Ihnen?“

 

„Nicht gut“

 

„Ist es das Mädchen? Wie geht es ihr?“

 

Angel schluckte den Schluchzer runter, der sich in seinem Hals gebildet hatte.

 

„Sie ist verschwunden“

 

 

Kapitel 8

 

„Ich denke nicht, dass die Polizei uns in dem Fall helfen kann“ sagte Angel zu Spike, als er in der Tür stand und sein Grandchilde beobachtete, der auf ihrem Bett lag und Buffys Kissen an sich drückte.

 

„Hast du Giles erreicht?“

 

„Habe ich. Er denkt auch so. Was auch immer Buffy passiert ist, es war genauso, wie sie es beim Meditieren gesehen hat“

 

„Sie wurde uns genommen“ sagte Spike unbewegt.

 

„Ja“ flüsterte Angel. „Ich kann versuchen in ihren Verstand zu kommen, wie ich es beim Meditieren gemacht habe. Und versuche herauszufinden, wo sie ist“

 

Spike setzte sich auf.

 

„Das kannst du machen? Ich habe versucht, unsere Beanspruchung zu nutzen um herauszufinden, was ihr passiert ist.....Alles was ich sehe ist Dunkelheit“

 

„Ich kann es versuchen. Es ist keine Garantie“

 

„Auf was zur Hölle wartest du dann? Mein Mädchen ist da draußen-“

 

„UNSER Mädchen!“

 

„Unser Mädchen ist da draußen und sie braucht uns“

 

„Ich habe versucht, nett zu sein, indem ich herkomme und dir sage, was ich von Giles erfahren habe, du undankbare Person“ sagte Angel durch zusammengebissene Zähne. „Ich habe mir gedacht, dass du es wissen wolltest, bevor ich etwas mache. Ich versuche hier höflich zu sein, du weißt schon, die Sache die du niemals bist“

 

Spike starrte ihn böse an.

 

„Höflich? Wer war denn derjenige, der dich verdammt noch mal gebeten hat, hier wieder einzuziehen, als sie dich gehasst hat? Wenn ICH nicht wäre, dann wärst du immer noch alleine in deinem schäbigen Appartement über der Galerie!“

 

„Ich bin sicher, dass du deine Zeit mit ihr ganz alleine genossen hast!“ schrie Angel ihn an.

 

„Die Tatsache, dass ich ETWAS vor dir zuerst hatte? Zur Hölle ja!“

 

Angel stampfte in den Raum und versetzte Spike einen Schlag ins Gesicht.

 

„Pass auf, Junge, oder du wirst dich in der heißen Nachmittagssonne wiederfinden!“

 

Spike stand auf, rieb sich wegen Angels Schlag über seine Wange und stolzierte aus dem Raum. Angel ließ seinen Kopf niedergeschlagen hängen und stieß ein Seufzen aus.

 

Zum ersten Mal, seit sie nach Hause gekommen waren, gestattete er sich, sich im Raum umzusehen. Buffy war überall.

 

„Es tut mir Leid. Du würdest es nicht wollen, dass wir uns streiten, Buffy. Ich versuche stark zu sein. Das versuche ich wirklich. Ich brauche dich aber, Liebling. Ich weiß nicht, wo du bist und es bringt mich noch um“

 

 

*****

 

 

Alles was Buffy sehen konnte war Dunkelheit. Sie hörte Stimmen, fühlte wie ein Schauer über ihre Haut lief, aber es kam ihr vor, als stünde sie außerhalb von sich selbst. Ihre Gliedmaßen schmerzten und ihr wurde bald klar, dass ihre Hände und Füße zusammengebunden waren. Sie versuchte einen Zauber heraufzubeschwören, um sie raus zu bekommen, aber sie hatte nicht mal die Energie, um einen Muskel zu bewegen.

 

Sie spannte sich an, als sie jemanden in ihrer Nähe spürte. Sie zogen an ihrer Augenbinde. Der Stoff kratzte leicht über ihre Haut. Ihre Augen brauchten einen Moment, um sich anzupassen, denn das Chloroform hatte sie benebelt gemacht und ihre Sicht war verschwommen. Sie war schon wieder nahe dran, das Bewusstsein zu verlieren.

 

Tränen liefen aus ihren Augen und sie flehte die Person vor ihr an, ihr zu helfen. Sie musste nach Hause. Sie wollte nach Hause. Sie musste nach Hause. Bitte, bat sie, bitte. Tu mir nicht weh. Lass mich einfach gehen.

 

Lindsey beobachtete, wie die junge Kriegerin vor ihm zusammenbrach und er fühlte ein Regen in seiner Brust, das er niemals zuvor in seinem kurzen Leben verspürt hatte. Konnte es tatsächlich aus seinem Herzen kommen? Konnte er etwas für sie fühlen, seinem Job, seiner zukünftigen Verantwortung? Er starrte sie an, ihre grünen feuchten Augen, ihre roten Wangen, ihre vom Wind verwehten Haare. Ihre Bitte brachte ihn dazu, sie umarmen zu wollen und ihr zu sagen, dass alles gut werden würde. Und sie den Vampiren zurückzugeben, die sie so ernsthaft verteidigte. Auf der anderen Seite wollte der dunklere, primitivere Teil von ihm sie für sich selbst.

 

Ihm waren die Hände gebunden. Außerdem wäre sie viel sicherer mit ihm an ihrer Seite, als wenn er sie frei lassen würde. Man durfte den Zorn von Quentin nicht unterschätzen.

 

„Ich werde auf dich aufpassen“ versprach Lindsey ihr, presste den Lappen mit Chloroform wieder unter ihre Nase und schickte sie zurück in die Dunkelheit.

 

 

*****

 

 

Angel saß in der Mitte seines Büros. Die Tür war zu und verschlossen. Er zog einen Kreis aus Meersalz um sich und zündete ein paar Kerzen an. Er schloss seine Augen und konzentrierte sich auf Buffy. Auf ihr Blut, das jetzt ein Teil von ihm war. Auf ihren Geruch, der überall war. Auf ihr Bild in seinem Kopf. Er entspannte sich weiter und fühlte, wie er sich erhob und dann fiel, eher gesagt, in die Dunkelheit stürzte.

 

Das war alles, was er sehen konnte. Er rief sie mit seinem Verstand und alles was er hörte, war ein Echo. Hatte es geklappt? Sah sie nichts? War sie in der Dunkelheit? Waren ihre Gedanken irgendwie abgestellt? Er rief sie erneut und wieder und wieder. Dann fühlte er etwas. Angst. Ihre Angst. Ihre Verzweiflung. Er schrie nach ihr. Nichts. Er zog sich selbst heraus und öffnete seine Augen. Er schloss sie prompt wieder. Er würde nicht aufhören, bevor er etwa erreichte.

 

Spike machte in ihrem Raum fast das gleiche. Er fühlte einen kurzen Moment ihre Furcht, bevor die Verbindung weg war. Er sank gegen das Bett und kam sich nutzlos und verzweifelt vor. Sie war da draußen, alleine und ängstlich. Und da war nichts, was er machen konnte. Er wusste nicht, wo sie war, was ihr passierte. Würde sie zu ihm zurückkommen? Wurde ihr wehgetan?

 

Das Klopfen an der Tür riss ihn aus seinen Gedanken. Er schoss hoch und rannte dorthin. Er dachte nicht richtig nach, denn wenn es Buffy wäre, dann würde sie einfach die Tür ÖFFNEN und nicht anklopfen. Willow stand auf der anderen Seite und sah verängstigt und besorgt aus. Sobald sie Spikes erschöpftes und trauriges Gesicht sah, brach sie in Tränen aus.

 

„Sie ist nicht zuhause, oder?“ fragte sie durch ihre Schluchzer.

 

Spike griff nach ihr und umarmte sie müde.

 

„Nein, Will, ist sie nicht“

 

„Wo ist sie?“

 

„Das wissen wir nicht. Angel versucht etwas. Er versucht, ob er in ihren Verstand kommen kann, um zu sehen, wo sie ist um irgendwie mit ihr zu sprechen“

 

„Klappt es nicht?“

 

„Ich habe noch nichts gehört“

 

„Ich dachte, als ihr sie beansprucht habt, wärt ihr fähig gewesen, dieses ganze telepatische Zeug zu machen!“

 

Spike führte Willow zum Tisch und setzte sie hin.

 

„Tee?“

 

„Bitte“

 

„Das telepatische Zeug, die Fähigkeit, sich gegenseitig Botschaften durch unsere Gedanken zu schicken? Diese Art Sache entwickelt sich mit der Zeit, wenn die Beanspruchung stärker wird. Die einzige Art, auf die die Beanspruchung stärker werden kann, ist, wenn mehr Blut ausgetauscht wird. Es wäre nicht sicher für Buffy, jede Nacht von ihrem Blut zu saugen und von ihr zu trinken. Wir können ihre Emotionen spüren. Wenn sie traurig, wütend, glücklich, ängstlich u.s.w. ist. Genauso wie sie unsere spüren kann - in Grenzen. Sie ist kein Vampir. Sie ist immer noch ein Mensch. Deshalb kann diese Fähigkeit, mit uns zu kommunizieren, für sie ein bisschen entstellt sein. Durch die Beanspruchung war ich fähig zu fühlen, dass sie sich vor kurzer Zeit gefürchtet hat....es verging so schnell, wie es kam und ich war davon ausgeschlossen. Wenn Vampire hinter ihr her wären, dann wären sie wegen der Beanspruchung nicht fähig, sie zu beißen. Außerdem würden wir es wissen, wenn sie in Gefahr wäre“

 

„Und was auch immer mit ihr passiert, falls sie in Gefahr ist, könnt ihr nicht spüren, weil sie es nicht fühlt?“

 

„Richtig“

 

„Also kann sie bewusstlos geschlagen oder-“

 

Spike warf ihr einen todersten Blick zu und knurrte, als sich sein Vampirgesicht zeigte.

 

„Sag es nicht“

 

„Wenn du nicht sagen kannst, was ihr passiert ist. Wenn sie dich das nicht wissen lassen kann, wie willst du sie dann finden?“ flüsterte Willow.

 

„Indem ich von hier bis Timbuktu alles auseinanderreiße, bis ich sie finde“

 

 

*****

 

 

„Hallo?“

 

„Endlich! Ich versuche schon seit Wochen, Sie anzurufen“ brummelte Angel zu Wesley ins Telefon

 

„Ich weiß. Es tut mir Leid wegen meiner Unhöflichkeit. Hier war es ziemlich rau“

 

„Oh? Warum?“

 

„Apokalypse“

 

„Wie läuft es?“

 

„Abgewendet, vielen Dank“

 

„Gut zu hören. Hören Sie, waren da außer den üblichen Apokalypse-Verfolgern noch weitere Dämonen, Vampire und dergleichen hinter Faith her?“

 

„Nein, die hatten alle mit der Apokalypse zu tun. Warum?“

 

„Hat Faith wegen Buffy gejammert?“

 

Wesley klang erschrocken.

 

„Nein Sir, hat sie nicht. Sie war in der Angelegenheit ziemlich ruhig. Ich denke eher, dass sie sich von dem ganzen Vorfall weiter entfernt hat“

 

„War das bevor oder nachdem sie ihre große Klappe beim Rat aufgemacht hat? Oder waren Sie das?“

 

Angels Frust wuchs nun mit jedem Moment. Er wollte jemandem die Schuld an Buffys Entführung geben - er weigerte sich, an etwas schlimmeres als das zu glauben - und er war sicher, dass er ETWAS oder JEMANDEN finden würde, dem er die Schuld geben konnte. Wenn nicht nur das, dann wollte er wenigstens Antworten finden, während er sich so unglaublich nutzlos fühlte. Aus irgendeinem Grund mochte er Wesley und er vertraute ihm, trotz allem, was in der Vergangenheit passiert war. Er wusste nur nicht, wie SEHR er Wesley vertraute, wenn Faith dabei war. Von dem was er von Wächtern wusste, taten sie für ihre Jägerinnen alles was sie konnten. Auch wenn es schien, dass Wesley Faiths Charakter im Griff hatte, war es immer noch eine dünne Grenze, auf der man ging. Und er wollte nichts tun, um sie in noch größere Gefahr zu bringen, in der Buffy bereits war.

 

„Beschuldigen Sie mich der Lüge? Oder der Hinterhältigkeit?“

 

Angel seufzte heftig. Er hatte diese Grenze jetzt scheinbar überschritten.

 

„Nein, ich....Sie und Faith haben geschworen, dem Rat nichts zu sagen-“

 

„Und das haben wir nicht“

 

„Dann sind sie hier unangekündigt aufgetaucht“

 

„Was?“ Wesley klang richtig überrascht. „Wer genau?“

 

„Quentin Travers selbst. Und so ein Typ war bei ihm. Er hat nichts gesagt“

 

„Wahrscheinlich. Lindsey McDonald. Er ist der neue Augapfel von Quentin. Ich habe gehört, dass er ein Experte in der Magie ist und dafür trainiert, ein Wächter zu werden. Ich mag ich nicht besonders. Seine Nase scheint mir ein bisschen zu braun zu sein“

 

Angel konnte das Glucksen nicht zurückhalten.

 

„Wollen Sie damit sagen, dass er ein Arschkriecher ist, Wesley?“

 

„Ich denke, das war offensichtlich“

 

„Ich hätte nicht gedacht, dass sie das in sich hätten“

 

„Sie wären überrascht, was Sie lernen würden, wenn sie so oft wie ich mit Faith zusammen wären. Ihre Ausdrucksweise ist natürlich noch viel anschaulicher als meine, aber Sie haben meinen Hinweis verstanden“

 

„Also haben Sie nie etwas zu ihnen gesagt? Oder zu irgendwelchen Dämonen oder Vampiren?“

 

„Noch einmal, nein. Ich habe Ihnen mein Wort gegeben, Angel, und das ist heilig für mich“

 

Angel glaubte ihm.

 

„Danke, Wesley“

 

„Wenn Quentin gekommen ist, um Sie zu sehen, dann könnte das aus eigenem Antrieb gewesen sein. Er hatte oft die Mentalität von ‚wenn du etwas gemacht haben willst, dann musst du es selbst machen‘. Dann beschwert er sich, dass ihm niemand hilft. Es ist eine knifflige Angelegenheit. Falls es darum geht, dass etwas hinter Buffy her ist.....war da etwas? Ich sorge mich darum, dass unser Aufenthalt dort dazu geführt hat, dass andere von ihr erfahren“

 

„Scheint so“ sagte Angel und versuchte seine Emotionen unter Kontrolle zu halten.

 

Er rieb so feste über seine Augen, dass er dachte, sie würden herausfallen.

 

„Ich spüre, dass da etwas nicht stimmt, Angel. Was ist passiert?“

 

„Ich weiß....ich weiß nicht, ob ich es Ihnen sagen kann“

 

„Wegen Faith? Sagen Sie es mir, Angel“

 

Er hatte das Bedürfnis, es Wesley zu sagen. Es auf ihn abzuladen, es jemanden wissen zu lassen, jemand, der vielleicht helfen konnte.

 

„Buffy wurde verschleppt“

 

„Verschleppt? Sie ist entführt worden?“

 

„Ja“ brachte Angel heraus.

 

„Ach du meine Güte. Wann? Wie? Wer?“

 

„Vor ein paar Tagen. Wie, weiß ich nicht. Wer, weiß ich nicht.....Das ist das ganze Problem. Darum musste ich wissen, was da drüben los ist. Ob Sie etwas wüssten“

 

„Wie kann ich helfen?“

 

„Sprechen Sie mit Faith. Ich weiß, dass sie Ihre Jägerin ist und dass sie ihr wahrscheinlich vertrauen-“

 

„Ich verstehe, Angel. Ich weiß“

 

„Dann können Sie mir helfen, indem Sie von ihr Antworten bekommen. Ich sage nicht, dass sie diejenige ist, die die Schuld daran hat. Ich schlage lediglich vor, dass ihr etwas über Buffy rausgerutscht sein könnte....dann könnte ich einen Anfang haben, wie man sie finden kann“

 

„Sie lieben sie sehr, nicht wahr?“

 

Angels Augen füllten sich mit Tränen.

 

„Mehr als alles auf der Welt. Ich würde meine Seele aufgeben dafür, dass sie sicher wäre und einfach.....HIER sein würde, wenn ich könnte“

 

„Sie werden sie finden, Angel. Das werden Sie. Als ich da gewesen bin, habe ich die Verbindung gesehen, die ihr drei miteinander hattet. Die Art, wie ihr euch geliebt und wie ihr füreinander gesorgt habt. Das Schicksal hat euch zusammengebracht und es wird euch zusammenhalten, das werden Sie schon sehen“

 

An Angels Wangen liefen unkontrolliert die Tränen hinunter.

 

„In der Zwischenzeit werde ich tun was ich kann, um Informationen zu finden. Ich werde Faith jetzt noch kein Wort sagen. Nicht bis ich sicher bin, dass sie unschuldig ist. Wir bleiben in Kontakt“

 

„Danke“ brachte Angel heraus.

 

„Sorgen Sie sich nicht, Angel. Sie werden sie finden“

 

Angel hing auf und gestattete sich selbst, noch etwas zu tun, das er nicht oft tat: Weinen.

 

 

*****

 

 

Tage vergingen und mit der Zeit fühlten sich Spike und Angel immer nutzloser. Angel begann, Migräne zu bekommen, weil er so oft versuchte, in Buffys Verstand zu kommen. Und Spike hatte begonnen, nachts mehr zu trinken und Köpfe einzuschlagen, da er wissen wollte, warum sie es wagten, SEINE Stadt zu betreten und was sie von Buffy wussten.

 

„Musst du wirklich jedes verdammte Licht aushaben?“ schnappte Spike, als Angel das Wohnzimmer betrat.

 

„Mein Kopf bringt mich noch um, nur das Licht - okay. Das Geplärre des Fernsehens hilft überhaupt NICHT!“ rief Angel aus und wimmerte dann.

 

Spike schaltete den Fernseher ab und warf die Fernbedienung quer durch den Raum. Sie zerbrach. Angel schoss hoch und zeigte mit einem drohenden Finger auf ihn.

 

„Du musst aufhören, dich wie ein verdammtes Kind zu verhalten, Spike! Ich vermisse sie auch, aber-“

 

„Spar‘s dir Peaches. Es ist mir scheißegal, wie du dich jetzt fühlst. Das ist alles dein Fehler“ schrie Spike und sprang auf.

 

„Wieso ist das MEIN Fehler? Was zur Hölle habe ich gemacht, dass das passiert?“

 

„Du und deine ganze Magie. Es machte sie stärker, oder? Machte sie so stark, dass jeder Dämon auf dem verdammten Planet ein Stück von ihr wollte“

 

„Alle diese Dinge haben sie sicher gehalten und haben sie nicht noch mehr in Gefahr gebracht. Wenigstens wussten wir, dass etwas böses hinter ihr her war, bevor er passiert ist“

 

„War ja nicht so, als hätte es etwas gutes bewirkt, oder? Wir haben es nicht verhindert, oder? Es ist verdammt noch mal trotzdem passiert! Was zur Hölle ist der Sinn davon, eine Vision zu haben, wenn du verflucht noch mal den Bösewicht nicht davon abhalten kannst, trotzdem herzukommen?“

 

Angel blieb stehen. Sein ganzer Köper fiel zusammen. Er hatte darauf keine Antwort.

 

„Und du, tust dich mit dir zusammen, um mehr herauszufinden.....du hast gar nichts herausgefunden. Außer, dass du dazu bestimmt bist, nicht bei ihr zu sein, wenn sie verschleppt wird und dass du nicht dazu bestimmt bis zu wissen, wer es war. Was ist an dieser Magie gut, wenn du sie nicht beschützen kannst?“

 

„Wie alles andere, ist es nicht narrensicher-“

 

„Ich will das nicht hören!“

 

„Halt die Klappe, Spike. Vielleicht solltest du für fünf Minuten dein Selbstmitleid und deine Trinkerei aufgeben und dir ein paar Ideen einfallen lassen, wie wir sie finden, anstatt dich auf mich zu verlassen, dass ich die ganzen Ideen und Pläne habe. Vielleicht würde ich dann weniger von deinem Gezanke hören“

 

Und damit stand Angel auf und stiefelte aus dem Raum. Er wusste, dass Buffy es hassen würde, weil sie sich in der letzten Zeit gegenseitig an der Kehle hingen. Er nahm an, dass es normal war, weil sie beide wütend und besorgt waren. Er hoffte, dass sie irgendwie darüber hinwegkamen und sich statt auf ihre eigene Wut auf Buffy konzentrieren konnten. Wenn sie das nicht machten, wer wusste dann schon, was mit ihnen passieren würde.

 

 

 

Feedback | zurück zur Übersicht | weiter